Premiere im Palais Hopp

Neues Kasseler Varieté: Akrobaten begeistern mit Witz und Charme 

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Kassel. Bei der Premiere der Wintershow im Palais Hopp gab es viel Applaus für die Akrobaten, die mit Witz, Charme und Können das Publikum verzauberten. 

Wofür ein kahler Kopf nicht alles gut ist: Nicht nur dass „wenig Haare viel Raum fürs Gesicht lassen“, wie Andi Steil, der clevere Conférencier im Palais Hopp, seine Platte idealisiert. Er setzt sie auch mit Nonchalance und Witz als Präsentationsfläche für allerhand Infos ein. Mal pappt er sich eine rote Rose drauf und entführt sein Publikum in eine Stierkampf-Arena, ein andermal ist hier das Schild „Pause“ zu sehen.

Große Kunst auf kleinem Raum: Der französische Kunstradfahrer Serge Huercio nimmt das Publikum im Palais Hopp auf eine „kleinen Fahrradtour“ mit.

Mit Eleganz, Einfallsreichtum und Witz führt Steil durch die Winter-Show im Palais-Hopp: „Steil am Hang“. Es ist die zweite Schau im neuen Varieté an der Goethestraße, dem Nachfolger des Starclub. Inzwischen stellt sie zweifelsfrei unter Beweis: In Kassel gibt es wieder eine anziehende, glänzende, unbedingt sehenswerte Bühne für Varieté, Live-Acts und circensische Attraktionen.

Dabei besteht die Schwierigkeit und gleichzeitig der eindeutige Charme des Palais Hopp in seiner kleinen Bühne. Im Kontrast dazu können sich die Zuschauer ausbreiten und sogar auf einer Empore Platz nehmen. Wer aus dieser Not eine Tugend macht, ist der wunderbare Serge Huercio mit seiner umwerfenden Artistik auf dem Kunstrad. Erst die Begrenztheit der Bühne wertet seine mit Humor und großer Kunstfertigkeit vorgetragene Rad-Akrobatik zu einem atemberaubenden Act auf. Die Zuschauer sind hautnah dabei, wenn er sie zur „Petite balade à vélo“ , zur kleinen Fahrradtour, einlädt.

Ein unschlagbarer Genuss ist auch die Doppeltuch-Akrobatik des Duos Monalaura. Die Künstlerinnen spielen in ihren Acts – dazu gehört auch ein Programm am großen Würfel – passend zur Location genau mit dem Spannungsfeld zwischen Nähe und Distanz. Für ihre spektakulären Darbietungen ernteten sie viel Zwischenapplaus.

In die Kategorie „Hier werden Sie verzaubert“ gehört auch Michele Clark. Die junge Amerikanerin kann mit der Perfektion, mit der sie ihre Hula-Hoop-Reifen beherrscht, jedem Illusionisten das Wasser reichen. Ihr Auftritt ist von faszinierender Ästhetik.

Premiere der Winter-Show „Steil am Hang“ im Palais Hopp: Zum Abschied bedanken sich die sympathischen Künstler bei ihrem Publikum (von links) Conférencier Andi Steil, Mona Tesch (Monalaura), Jongleur Jochen Schell, Laura Borkowski (Monalaura) Serge Huercio (Kunstrad-Artist) und Hula-Hoop-Künstlerin Michele Clark.

Das harmonische Programm wird abgerundet durch „Avantgarde-Jongleur“ Jochen Schell, der sein besonderes Talent fürs richtige Drehmoment von Kugeln und Kreiseln unter Beweis stellt und mit seiner Schau im Look à la Nosferatu für eine geheimnisvolle Stimmung sorgt.

Ach ja, und am Ende löst Steil, der sich als kreativer Musiker und „Ganzkörpertrommler“ („Ich vertrete hier den Rhythmus“) entpuppt, auch das Rätsel des Titels „Steil am Hang“ auf. Zum Schluss spielt er zauberhaft sanft auf einem neuartigen Musikinstrument aus der Schweiz, einem gongartigen „Hang“, die Abschliedsmelodie. Das gebannte Publikum ist begeistert.

Service

„Steil am Hang“, die Winter-Show im Palais Hopp, Goethestraße 29-31, ist bis 22. Januar zu sehen und zu hören: Do bis Sa ab 20 Uhr; So ab 14.30 Uhr, es gibt auch Vorstellungen ab 17 und ab 19 Uhr. Eintrittspreise zwischen 12,50 und 35,50 Euro. Wer essen möchte, Menus können vorbestellt werden. Kartenvorverkauf: Mo bis Fr, 12-18 Uhr, Infos: 0561 / 766 77 444, E-Mail: info@palais-hopp.de www.palais-hopp.de

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