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Neues Leben für die Karlskirche

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Von: Christina Hein

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Dekan Michael Glöckner, Rolf Reinicke vom Förderverein und Kirchenvorsteher Hans-Helmut Horn (von links) freuen sich auf Jens Domes, der im Oktober als Kulturmanager in der Karlskirche Kassel beginnt.
Herzlich willkommen in der Karlskirche: Dekan Michael Glöckner, Rolf Reinicke vom Förderverein und Kirchenvorsteher Hans-Helmut Horn (von links) freuen sich auf Jens Domes, der im Oktober als Kulturmanager beginnt. © Christina Hein

Der Förderverein Karlskirche ermöglicht die Stelle eines Kulturbeauftragten. Er soll die City-Kirche neu beleben.

Kassel – Kunst und Kultur, Bildung und Diskurs, interreligiöse Projekte und Zusammenarbeit mit Schulen und anderen – das und vieles mehr soll schon bald die Karlskirche beleben. Außerdem sollen die Menschen eingeladen werden einzutreten zu Einkehr und Gebet, zum Anzünden einer Kerze.

Um all das auf den Weg zu bringen, tritt jetzt Jens Domes das Amt als Kulturbeauftragter an der Karlskirche an. „Ziel ist es, dass die Karlskirche als spirituelles Herz Kassels erlebt wird“, sagt er zu der neu geschaffenen Stelle. Möglich gemacht hat diese das außerordentliche Engagement des Fördervereins der Karlskirche: Er stellt die Mittel für eine Teilzeit-Anstellung bereit.

Nein, menschenleer war die Karlskirche auch nach dem Abschied von Pfarrerin Ingrid Böhle im Frühjahr 2021 nicht, wie Dekan Michael Glöckner betont. Aber so richtig belebt war die helle einladende Hugenottenkirche in bester Innenstadtlage von da an auch nicht mehr. Und das, obwohl gerade die Sanierungsarbeiten abgeschlossen worden waren und das Gotteshaus seinem Ruf als sakrales und kulturhistorisches „Kleinod“, wie Kirchenvorsteher Hans-Helmut Horn die Kirche bezeichnet, wieder gerecht werden konnte.

Doch aus Einsparungsgründen war Böhles halbe Pfarrstelle gestrichen worden. Die drei evangelischen Kirchen der Kirchengemeinde Kassel-Mitte sind nunmehr mit zweieinviertel Pfarrstellen ausgestattet. Für die Karlskirche bedeutet das: Zwei Mal im Monat finden Gottesdienste statt, die Pfarrerin Petra Fuhrhans aus der Südstadt hält.

„Die Sorge bestand, dass es eine ruhige Kirche werden könnte“, sagt Rolf Reinicke, Vorstandsvorsitzender des Fördervereins Karlskirche. Er und seine 35 Mitstreiter waren sich einig, dass die Tür der Kirche immer offenstehen und für die Menschen ein attraktiver Ort in der Innenstadt bleiben soll. Nach Diskussionen im Verein sei man sich einig geworden, dass hier ein kreativer Manager gefragt ist. Um die für drei Jahre gesicherte Stelle mit 25 Wochenstunden auszustatten, wurde eine Stiftung des Fördervereins aufgelöst. Als aus dem Bewerbungsverfahren Jens Domes, Bildungsreferent der Evangelischen Jugend in Kassel und studierter Kulturmanager, hervorging, war man sich einig: „Das ist ein personeller Glücksgriff“, so Horn. „Wir hätten das bei erschöpften Haushaltsmitteln nicht stemmen können und sind dem Förderverein sehr dankbar.“ Mit einem Teilzeitkontingent bleibt Domes weiterhin für die Evangelische Jugend tätig.

Man lasse jetzt in der Karlskirche ein neues Licht aufgehen, sagt Dekan Michael Glöckner über das „attraktive Zusatzangebot für alle“. Man freue sich auf Kooperationen mit anderen Kirchen in der City. „Es ist der Wunsch des Fördervereins, dass durch Aktionen und Zuwendung die Menschen im Zentrum unserer Stadt Stärkung erfahren, um sich des Wertes eines christlichen Miteinanders wieder bewusst zu werden“, so Rolf Reinicke. Jens Domes werde „große konzeptionelle Freiheit“ eingeräumt, erklärt Horn. Allerdings sollte neben der kulturellen Belebung Wert darauf gelegt, dass die Schwerpunkte der Kirche auf Themen wie Armut, interreligiöser Dialog und Flucht Beachtung finden.

Domes ist voller Ideen und Tatendrang. Zwei traditionelle Events der Karlskirche will er jetzt schon zusagen: Die Krippenausstellung wird es – mit Unterstützung von Pfarrerin Böhle – wieder geben, und alleinstehende Menschen sind eingeladen, Heiligabend gemeinsam in der Karlskirche zu feiern.

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