Neues Modell: Nun Jugendamt zu Salzmann?

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Industriedenkmal Salzmann in Bettenhausen: In den historischen Fabrikgebäuden (Bildmitte) könnten neue Büros für städtisches Jugend- sowie Schulverwaltungsamt geschaffen werden. Rechts ist die Sandershäuser Straße zu sehen, links oben die Kunigundiskirche an der Leipziger Straße.

Kassel. Im Rathaus wird jetzt offenbar versucht, die Sanierung des Salzmann-Areals in Bettenhausen mit der Verlagerung des städtischen Jugend- sowie Schulverwaltungsamtes in das Industriedenkmal zu retten.

Hinter den Kulissen wird seit Wochen an dem neuen Belegungsmodell Jugend und Schule gearbeitet.

Offiziell möchte man noch nichts zu der von Oberbürgermeister Bertram Hilgen (SPD) forcierten Idee sagen. Es handele sich um eines von mehreren Denkmodellen, die jetzt genauer geprüft würden, erklärte Rathaus-Pressesprecher Hans-Jürgen Schweinsberg.

Ursprünglich wollte die Stadt auf dem Salzmann-Gelände Büros für ein technisches Rathaus mieten. Doch im Januar kam das vorläufige Aus für die Umzugspläne. Die Grünen mochten dem Magistrat keinen Blankoscheck für die Anmietung von Büroflächen bei Salzmann ausstellen, es gab keine politische Mehrheit für den Umzug städtischer Ämter.

Ein Umzug der Bauämter nach Bettenhausen scheint derzeit ausgeschlossen. Einen Bedarf für ein technisches Rathaus in Bettenhausen gebe es aus Sicht der Grünen nachweislich nicht. Die Dienstleistungsfunktion der Ämter im Baudezernat würde sich für Bürger, Bauherren und Architekten verschlechtern, argumentieren die Grünen. Weil sie bisher rein sachliche Gründe gegen diese Salzmann-Pläne nennen, sieht der Oberbürgermeister noch Chancen für eine Alternativlösung. Denn die Grünen sind nach wie vor bereit, einer Anmietung von Flächen bei Salzmann zuzustimmen, wenn diese neuen Büros sinnvoll für die Bürger und die Verwaltungsabläufe seien.

Der Bad Hersfelder Unternehmer Dennis Rossing hatte angeboten, das denkmalgeschützte Salzmann-Gebäude zu modernisieren und in ein Behördenzentrum umzubauen. Zudem sollte die Eissporthalle gekauft und saniert werden. Mit dem Ankermieter Rathaus und den Abschreibungsmöglichkeiten von Denkmalschutz-Investitionen setzt Rossing auf die Wirtschaftlichkeit des Projekts, das dann auch den Eissporthallenumbau stützen soll.

Die Planung der Kasseler Multihalle im Wandel der Zeit

Multihalle
Januar 2007: Der geplante Standort der Mulithalle war damals noch die Giesewiesen. © HNA
Multihalle
Januar 2007: Die geplante Multihalle bei Tag - damals noch als Volkswagen-Arena konzipiert. © HNA
Multihalle
Januar 2007: Die geplante Multihalle bei Nacht - damals noch als Volkswagen-Arena konzipiert. © HNA
Multihalle
August 2007: Die Pläne zur Volkswagen-Arena auf den Giesewiesen werden verworfen. Auf dem Salzmann-Gelände in der Sandershäuser Straße soll nun eine neue Halle errichtet werden. © HNA
Multihalle, Kassel, Salzmann
März 2008: Die alten Gebäude auf dem Salzmann-Gelände sollen für neue Gebäudeteile der Multifunktionshalle weichen. © Andreas Fischer
Multihalle, Kassel, Salzmann
März 2008: Die alten Gebäude auf dem Salzmann-Gelände sollen für neue Gebäudeteile der Multifunktionshalle weichen. © Andreas Fischer
Abriss Gebäude, Salzmann, Multihalle
Januar 2009: Beginn der Abriss-Arbeiten auf dem Salzmann-Gelände. © Andreas Fischer
Abriss Gebäude, Salzmann-Gelände
Januar 2009: Beginn der Abrissarbeiten auf dem Salzmann-Gelände. © Andreas Fischer
Multihalle
Januar 2010: Huskies-Eigner Dennis Rossing wil auf dem Salzmann-Gelände eine Multifunktionshalle bauen. © HNA
 Mulithalle
Januar 2010: Luftbild vom Salzmann-Gelände. © Jochen Herzog
Multihalle
Januar 2010: Luftbild vom Salzmann-Gelände. © Jochen Herzog
Multihalle
März 2010: Hans-Uwe Schultze (Schultze + Schultze Architekten) vor seinen Plänen für die Multihalle mit der Zusage von VW. © Jochen Herzog
Multihalle
März 2010: Hans-Uwe Schultze (Schulze und Schultze Architekten) vor seinen Plänen für die Multihalle mit der Zusage von VW. © Jochen Herzog
Multihalle
März 2010: Multihalle, Ansicht von Westen, links Sandershäuser Straße © Grafik: Schultze + Schulze Architekten
Multihalle
März 2010: Multihalle, Ansicht von Osten, Agathofstraße © Grafik: Schultze + Schulze Architekten
Multihalle
Juli 2010: Die neue Geschäftsstelle der Kassel Huskies ist in der Kulturfabrik Salzmann. © Lothar Koch
Multihalle
Juli 2010: Die neue Geschäftsstelle der Kassel Huskies ist in der Kulturfabrik Salzmann. © Lothar Koch
Multihalle
Juli 2010: Die neue Geschäftsstelle der Kassel Huskies ist in der Kulturfabrik Salzmann. © Lothar Koch
Multihalle
August 2010: Luftbild vom Salzmann-Gelände. © Jochen Herzog
Multihalle
August 2010: Multihalle im Regen © Jochen Herzog
Multihalle
August 2010: Die Multihalle © Jochen Herzog
Multihalle
August 2010: Schieflage der Multihalle © Jochen Herzog
Multihalle
August 2010: Multihalle © Jochen Herzog

Jetzt drängt die Zeit: Die Kaufoption Rossings für die Eishalle, die sich im Eigentum des Unternehmers Simon Kimm befindet, ist bis zum 31. August dieses Jahres befristet. Dass Rossing Kauf und Ausbau der Eissporthalle zu einer Multiarena von einem Behördenzentrum bei Salzmann abhängig macht, schmeckt aber den Grünen überhaupt nicht.

Kassels Oberbürgermeister sieht hingegen die Chance, mit dem Behördenzentrum bei Salzmann endlich den weiteren Verfall des bedeutenden Industriedenkmals zu stoppen und damit gleichzeitig etwas für den Stadtteil Bettenhausen zu tun.

Von Jörg Steinbach

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