KVG will Verluste auf 15 Millionen Euro jährlich begrenzen

Neues Netz soll eine Million Euro sparen

Sollen bald auf neuen Linienwegen fahren: Die blauen Busse der Kasseler Verkehrs-Gesellschaft (KVG). Die geplante Netzreform ist jetzt in der öffentlichen Diskussion. Archivfoto: Schachtschneider

Kassel. Mithilfe einer Liniennetzreform will die Kasseler Verkehrs-Gesellschaft (KVG) künftig die Verluste verringern.

Nach Angaben von KVG-Vorstandschef Andreas Helbig soll die Netzreform, die am vergangenen Samstag der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, rund eine Million Euro Kosten jährlich einsparen.

Würde das Nahverkehrsunternehmen nicht auf die Kostenbremse treten, wäre 2017 ein Jahresverlust von 20 Millionen Euro zu befürchten. Mit dem neuen Netz und weiteren Bemühungen um Einsparungen soll das Defizit ab 2017 wieder auf 15 Millionen Euro gesenkt werden. Der Verlust der KVG wird im Stadtkonzern KVV jeweils mit dem Gewinn der Städtische Werke AG ausgeglichen.

„Da, wo die leeren Busse herumfahren, wollen wir Geld sparen“, erklärt Helbig das neue Liniennetz. Das ist etwa bei der Buslinie 24 der Fall, die künftig nicht mehr wie bisher fahren soll. Vor allem bei den Buslinien wird es Änderungen und Streichungen geben und zwar dort, wo der Nahverkehr nur wenig genutzt wird. Inbesondere in den Stadtteilen Jungfernkopf, Bettenhausen und Brasselsberg sieht die KVG Handlungsbedarf. Dort ist die Nutzung von Bussen und Bahnen niedrig, gleichzeitig ist der Leistungsaufwand aus der Sicht des Nahverkehrsunternehmens hoch und zudem die Kostendeckung niedrig. Auch in Harleshausen und Nordshausen ist die Nahverkehrs-Nutzung niedrig, aber der Aufwand ist ebenfalls niedrig. In Harleshausen sieht die KVG die Kostendeckung als mittel, in Nordshausen ist sie niedrig.

Als „schwierigen Spagat“ bezeichnet Helbig die Ziele der Netzreform. Die hohe Qualität des Kasseler Nahverkehrs solle erhalten bleiben und mit der Entwicklung der Stadt Kassel Schritt halten. Zugleich sei die KVG gefordert, ihre Erlöse zu steigern. Erreicht werden soll beides durch mehr Effizienz.

Nachfrage entscheidend

„Wir orientieren uns stärker als bisher an der tatsächlichen Nachfrage“, erklärt der Vorstandschef: „Das neue Netz soll ein besseres Angebot schaffen, wo ein wachsender Bedarf besteht und das Angebot anpassen, wo die geringere Nachfrage dies notwendig macht.“ Bis Ende September dieses Jahres soll über die neue Netzplanung diskutiert werden. Man sei offen für Verbesserungsvorschläge, verspricht Helbig: „Berechtigte Einwände und Hinweise werden wir selbstverständlich berücksichtigen, sofern sie den Zielen der Reform nicht widersprechen.“ Anregungen und Kritik will die KVG zur Überarbeitung der Pläne bis März 2016 nutzen. Im Oktober 2016 werden dann die Kasseler Stadtverordneten entscheiden und im Frühsommer 2017 sollen Busse auf neuen Linien fahren.

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