Nordhessen im Mittelfeld

Neues Ranking: Wie faul ist eigentlich Kassel?

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Lieber im Pool als am Arbeitsplatz? Wie faul oder fleißig die Bewohner in den deutschen Städten sind, zeigt eine neue Liste. Immerhin: Kassel ist im Mittelfeld. (Archivbild aus Berlin)

Kassel. Wie faul sind eigentlich die Kasseler? Ein Österreicher hat jetzt ein Buch geschrieben, in dem er die angeblich faulsten Städte der Republik auflistet. Die Kriterien dafür sind durchaus diskussionswürdig: Einkommen, Arbeitsunfähigkeitstage und die Zahl der privaten Schuldner gehören dazu.

Der Österreicher Gerald Hörhan machte wegen seines ungewöhnlichen Modestils als „Investment-Punk“ von sich reden. Das bescherte ihm Fernsehauftritte und Plätze in den Bestsellerlisten. Jetzt hat er wieder ein Buch geschrieben, das einen verkaufsfördernden Titel hat. „Null Bock Komplott - Warum immer die Weicheier Karriere machen und wie ihr es trotzdem schafft“.

Der Titel allein reicht aber offenbar noch nicht, um das Buch zum Verkaufsschlager zu machen. Also kamen Gerald Hörhan und die ihn betreuende PR-Agentur auf eine Idee: Sie stellten eine Liste der faulsten Städte Deutschlands auf.

Um es gleich zu sagen: Kassel landet im Mittelfeld unter 50 Städten, ist auf Platz 19. Also nicht gerade faul, aber auch nicht besonders fleißig. Die faulste Stadt Deutschlands soll übrigens Gelsenkirchen sein, die fleißigste München. In Gelsenkirchen, fand Hörhan heraus, setzt man „statt auf Forschung und Entwicklung auf die Hundesteuerbefreiung für Hartz-IV-Empfänger.“

In Dortmund ist es laut der Hitliste auch nicht viel besser. Die Bier-Stadt liegt auf Rang acht, fauler ist man noch gleich um die Ecke in Oberhausen (Rang sieben) und Hamm (Platz sechs). Fazit des Autors: „Offensichtlich fleißig in Dortmund ist nur die Fußballmannschaft, wovon die Hotelerie profitiert. Doch darüber hinaus ist in Dortmud nicht viel los“.

Richtig schlecht ist es auch um Berlin (auf Platz fünf) bestellt. In der Bundeshauptstadt, will Gerald Hörhan herausgefunden haben, würden Arbeitgeber kaum qualifiziertes und motiviertes Personal finden: „Berlin lebt überproportional von Transferleistungen und macht es sich damit auf Kosten anderer Städte bequem.“

Wie man es richtig macht, zeige dagegen Münster, die zweitfleißigste Stadt Deutschlands. Dort setze man als renommierte Universitätsstadt auf Bildung.

Gebildet muss man wohl auch sein, um eine solche Rangliste zu erstellen. Schlielich habe Gerald Hörhan in Harvard angewandte Mathematik und Betriebswirtschaft studiert, schreibt seine PR-Agentur. Und für die Hitliste seien Daten vom Institut der Deutschen Wirtschaft wie Bruttoinlandsprodukt, verfügbares Einkommen, Arbeitsunfähigkeitstage pro Einwohner sowie die Zahl der privaten Schuldner und Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss eingegangen.

Wir vermuten: Hörhans neues Buch war eine richtige Fleißarbeit. (tho)

Die Liste der "faulen Städte"

1. Gelsenkirchen

2 Herne

3 Duisburg

4 Halle (Saale)

5 Berlin

6 Hamm

7 Oberhausen

8 Dortmund

9 Mönchengladbach

10 Krefeld

11 Wuppertal

12 Leipzig

13 Lübeck

14 Rostock

15 Essen

16 Hagen

17 Magdeburg

18 Kiel

19 Kassel

20 Bochum

21 Saarbrücken, Regionalverband

22 Aachen, Städteregion

23 Erfurt

24 Ludwigshafen am Rhein

25 Chemnitz

26 Osnabrück

27 Bielefeld

28 Oldenburg

29 Solingen

30 Bremen

31 Hannover, Region

32 Mülheim an der Ruhr

33 Mannheim

34 Köln

35 Braunschweig

36 Freiburg im Breisgau

37 Dresden

38 Leverkusen

39 Wiesbaden

40 Nürnberg

41 Bonn

42 Düsseldorf

43 Augsburg

44 Karlsruhe

45 Hamburg

46 Mainz

47 Stuttgart

48 Frankfurt am Main

49 Münster

50 München

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