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Neues Roboter-Labor wurde an der Universität Kassel eröffnet

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Von: Amir Selim

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Techniktest bei der Eröffnung: Mabel Beltrán Méndez (Mitte) erklärt der Hessischen Ministerin für Digitale Strategie und Entwicklung, Kristina Sinemus, den Roboter mit Arm.
Techniktest bei der Eröffnung: Mabel Beltrán Méndez (Mitte) erklärt der Hessischen Ministerin für Digitale Strategie und Entwicklung, Kristina Sinemus, den Roboter mit Arm. © Pia Malmus

Die Universität Kassel hat ein neues Labor. In diesem werden unter anderem Roboter entwickelt. Eröffnet wurde das Labor von der hessischen Digitalministerin Sinemus.

Kassel – Ein Mensch und ein Roboter bauen zusammen ein Getriebe, ein Lehrling übt das Schweißen mithilfe eines virtuellen Trainers oder eine Arbeitsumgebung wird eingescannt und digital verändert – das alles könnte bei Unternehmen bald die Regel sein. Für diese Entwicklung gibt es an der Universität Kassel ein neues Labor: Es wurde jetzt am hessischen Zukunftszentrum für menschzentrierte Künstliche Intelligenz in der Produktionsarbeit eröffnet.

Damit sollen kleine und mittlere Unternehmen unterstützt werden, sagt Prof. Dr. Ludger Schmidt. Er leitet das Fachgebiet Mensch-Maschine-Systemtechnik an der Universität. „Größere Unternehmen haben oft eine eigene Forschungsabteilung.“ Kleine und mittlere Unternehmen haben das meist nicht. Sie können im neuen Labor ab sofort unter anderem Arbeitsumgebungen virtuell testen und Montageprozesse mit Robotern proben. Außerdem ist es möglich, dass die Wissenschaftler zu den Unternehmen fahren, Teile des Labors vor Ort zeigen und bei der Umsetzung Hilfe leisten.

So könnte ausgebildet werden: Dr. Johannes Pfleging am Schweißtrainer, der auf dem Bildschirm Tipps zum Schweißen gibt.
So könnte ausgebildet werden: Dr. Johannes Pfleging am Schweißtrainer, der auf dem Bildschirm Tipps zum Schweißen gibt. © Pia Malmus

Die Vorteile der Mensch-Roboter-Kollaboration habe man in zwei Studien aufzeigen können, erklärt Schmidt. Ergebnis der ersten Studie: Die Arbeit mit einem Roboter ist deutlich schneller. Zudem wurden die Studienteilnehmer körperlich und geistig weniger stark beansprucht als bei der Arbeit ohne Roboter. „Das ergibt signifikante Vorteile“, sagt Schmidt. Bei der zweiten Studie wurde verglichen, ob Teilnehmer mit Datenbrille oder Papieranleitung besser angelernt werden. Auch da seien Teilnehmer mithilfe der Technik schneller gewesen.

Ministerin Sinemus war begeistert von den Robotern

Zur Laboreröffnung war auch Prof. Dr. Kristina Sinemus, Hessische Ministerin für Digitale Strategie und Entwicklung, zu Gast. „Für die Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes muss es uns gelingen, die Potenziale von Künstlicher Intelligenz auch in kleinen und mittleren Unternehmen zu heben“, sagt die Ministerin. Ganz begeistert war sie von zwei humanoiden Robotern. Sie haben menschliche Gestalt, können sprechen, und wenden sich dem Gesprächspartner zu. Einer von beiden sagte nach einem Knopfdruck der Ministerin: „Das Labor ist eröffnet.“

Mit einem Roboterarm durfte die Ministerin hantieren. Unterstützt wurde sie von der Maschinenbaustudentin Mabel Beltrán Méndez, die ihr zeigte, wie dem Roboter Bewegungen beigebracht werden können. Das gehe, in dem man es vormacht. „Wie ein Kind, das man an die Hand nimmt“, erklärt Schmidt. Das Projekt wird in seiner ersten Phase bis Ende 2022 mit rund vier Millionen Euro gefördert. Den Hauptteil trägt das Bundesministerium für Arbeit und Soziales. Eine zweite Förderphase ab 2023 sei bereits beantragt, teilt Schmidt mit. (Amir Selim)

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