Klinikum Fulda und Klinikum Kassel kooperieren

Neues Zentrum als Chance für Nierenpatienten

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Wollen gemeinsam Hochleistungsmedizin anbieten: (von links) Prof. Dr. Tilman Kälble, Svenja Ehlers, Prof. Dr. Thomas Menzel, Prof. Dr. Jörg Plum, Andre Eydt (Klinikum Fulda), Prof. Dr. Marion Haubitz, Mathias Herzig, Dr. Ekaterina Krauss (Koordinationsärztin des Transplantationszentrums am Klinikum Kassel), Karsten Honsel. 

Kassel. Für Patienten aus der Region, die für eine Nierentransplantation in Frage kommen, haben das Klinikum Kassel und das Klinikum Fulda ein Transplantationszentrum gegründet. 

Im Hinblick auf Transplantationsmedizin war Nordhessen bisher ein weißer Fleck auf der Landkarte. Das soll sich ändern: Das Klinikum Kassel und das Klinikum Fulda gründen ein gemeinsames Zentrum für Transplantationsmedizin. Dabei erfolgt die Nierentransplantation im Klinikum Fulda, das Klinikum Kassel übernimmt die Vorbereitung und auf Wunsch die anschließende stationäre Behandlung sowie die ambulante Nachsorge.

Mit diesem Schritt baue das Kasseler Klinikum als Maximalversorger sein Leistungsspektrum aus und verbessere das Versorgungsangebot der Menschen in der Region, sagt Karsten Honsel, Vorstandsvorsitzender der Gesundheit Nordhessen und Geschäftsführer des Klinikums, jetzt bei einer gemeinsamen Pressekonferenz in Kassel.

Warten auf ein Organ

Etwa 40 bis 50 Patienten in der Region Nordhessen warten derzeit auf eine Spenderniere, schätzt Prof. Dr. Jörg Plum, Direktor der Nephrologischen Klinik am Klinikum Kassel. Er gehe davon aus, dass jährlich 10 bis 15 Patienten aus Nordhessen für die gemeinsame Warteliste vorbereitet werden könnten. Derzeit werden am Klinikum Fulda jährlich zwischen 15 bis 20 Nieren transplantiert.

Durch die Zusammenarbeit mit dem Kasseler Klinikum werde auch der Transplantationsstandort Fulda, dessen Zentrum im Jahr 2000 gegründet wurde, gestärkt. Die Patienten würden durch ein erfahrenes Team betreut, sagte Privat-Dozent Dr. Thomas Menzel, Sprecher des Vorstands am Klinikum Fulda: „Hier transplantiert der Chef.“

Die Zahlen der erfolgreichen Arbeit, die chirurgisch auch von zwei Oberärzten versehen wird, sprechen für sich, betonte Prof. Dr. Marion Haubitz vom Fuldaer Transplantationszentrum. Die Überlebensrate der eingesetzten Nieren bei Lebendspende liege in Fulda nach fünf Jahren bei 100 Prozent (in Deutschland bei 87,5 Prozent) bei Nieren von Verstorbenen bei 84 Prozent (in Deutschland bei 74,3 Prozent).

Mathias Herzig hat im August vergangenen Jahres im Transplantationszentrum Fulda eine neue Niere erhalten. „Es ging total problemlos und ich bin wieder uneingeschränkt leistungsfähig“, sagt er dankbar.

Jahrelang sei seine Leistungsfähigkeit wegen einer fortschreitenden Nierenerkrankung zurückgegangen, zuletzt war er auf Blutwäsche (Dialyse) angewiesen. Der 51-Jährige Familienvater hatte Glück und musste nicht lange auf eine neue Niere warten, denn seine Ehefrau spendete ihm ein Organ.

Er hofft, dass sich auch für die bundesweit rund 8000 Patienten auf der Warteliste ein Spenderorgan findet und sich die Chance auf ein neues Leben ohne Einschränkung eröffnet.

Leider sei die Bereitschaft zur Organspende in den vergangenen Jahren jedoch zurückgegangen, bedauert auch die kaufmännische Direktorin im Kasseler Klinikum, Svenja Ehlers. Deshalb engagiere sich das Klinikum seit Jahren verstärkt um eine gute Aufklärung von Patienten und Angehörigen.

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