Neugierig auf den Sportteil

Wolfgang Naumann ist seit 50 Jahren treuer Zeitungsleser

Wolfgang Naumann ist seit 50 Jahren treuer HNA-Leser: „Ohne Zeitung könnte ich nicht sein,“ sagt der 77-Jährige aus dem Kasseler Stadtteil Forstfeld über seine tägliche Zeitungslektüre. Foto: Schachtschneider

Kassel. Spätabends an der Theke im Deutschen Haus in Rothenditmold erwachte bei Wolfgang Naumann das Interesse an der HNA. Deren Sportchef Herbert Peiler hatte auf ein Bier nach dem Dienst meist eine druckfrische Zeitung dabei, und der KSV-Fan Naumann durfte mitblättern.

Das war 1963, „als die Hessen noch Hessen waren“, sagt Naumann. „Heute ist ja mit denen nichts mehr los.“ Im Januar 1964 abonnierte der heute 77-Jährige die HNA. Bis heute ist er treuer Leser geblieben: „Ohne Zeitung könnte ich nicht sein.“ Früher wurde der Abopreis einmal im Monat noch bar kassiert, „da kam immer der Herr Hofmann, und dann haben wir ein Fläschchen Bier getrunken“, erinnert sich der Rentner, der sein Arbeitsleben lang als Maler und Lackierer für die Kasseler Firma Chotjewitz tätig war, an den „guten Kontakt“. Gut findet Wolfgang Naumann bis heute auch die verlässliche Zustellung. Ob an der Naumburger Straße, am Heupelsbergweg am Lindenberg oder seit nunmehr 40 Jahren in der Wohnung an der Heinrich-Steul-Straße im Stadtteil Forstfeld: Die HNA lag stets pünktlich im Briefkasten.

„Mir geht es darum, dass ich weiß, was um mich herum passiert“, begründet der Vater von fünf erwachsenen Söhnen und einer Tochter sowie Großvater von sieben Enkelkindern seinen Spaß an der täglichen Zeitungslektüre. Als Traditionalist ist das SPD-Mitglied nicht bloß der HNA treu. Er wohnt seit Jahrzehnten bei der Kasseler GWG, und „ich gehe bis heute zum selben Friseur“.

Erst mit 49 Jahren hatte Wolfgang Naumann den Führerschein gemacht und ein Auto angeschafft, „vorher war wegen der Kinder kein Geld für so etwas da“, erzählt er. Bis heute fährt er gern mit seinem Auto, keine weiten Strecken und nicht mehr bei Dunkelheit, „aber das gönne ich mir noch“. Aber auch aufs Fahrrad steigt er immer mal wieder – auf einen lange genutzten Drahtesel ohne Gangschaltung, „der mit mir alt geworden ist“.

Was den Kasseläner, der zeitweise in Gensungen wohnte, als die Familie ausgebombt wurde, und dort als Schüler auch als HNA-Zusteller aktiv war, besonders freut, sind kostenlose Kleinanzeigen, die Abonnenten nutzen dürfen und mit denen er Bekannte zu Weihnachten grüßt und gute Wünsche fürs neue Jahr übermittelt.

Von Jörg Steinbach

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