Treff stand im Zeichen des OB-Wahlkampfs

Neujahrsempfang der Kasseler Grünen: Von Fröschen und Pferden

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Strahlendes Grün: Landtagsabgeordnete Karin Müller (von links), Parteivorsitzender und Bundestagskandidat Boris Mijatovic, Bundestagsabgeordnete Nicole Maisch, OB-Kandidatin Eva Koch und Vorsitzende Vanessa Gronemann zeigten sich gut gelaunt beim Neujahrsempfang in der grün illuminierten Amos-Begegnungsstätte an der Rudolf-Schwander-Straße. Foto: Schaxchtschneider

Kassel. 200 Gäste trafen sich am Freitagabend beim Neujahrsempfang der Kasseler Grünen im Amos-Begegnungszentrum an der Rudolf-Schwander-Straße.

Eigentlich ist das Tier des Jahres für die Kasseler Grünen ja der Frosch. „Sei kein Frosch! Mach mit!“ lautet ihr Motto für 2017. Einem Jahr, in dem – nicht nur beim Blick in die USA – die Grundwerte der Demokratie nicht mehr selbstverständlich scheinen, wie die Parteivorsitzender Boris Mijatovic und Vanessa Gronemann anmahnten. Die Einladungskarte für den Neujahrsempfang, den die Grünen am Freitagabend feierten, zierten passend dazu drei Frösche, die nichts hören, nichts sehen, nicht sprechen. Keine Option für die Grünen in einem Jahr, in dem in Kassel und auf Bundesebene wichtige Wahlen anstehen.

Für die Pointe des Abends stand allerdings ein anderes Tier Pate: Eva Koch, die für den Oberbürgermeisterposten in Kassel antritt, war in den Kandidatensteckbriefen in der HNA aufgefallen, dass Christian Geselle (SPD) früher Cowboy werden wollte. Sie selbst träumte von einem Leben als Reitlehrerin. Grünen-Dezernentin Anne Janz wiederum besitze ein Pferd, schloss Koch augenzwinkernd den Kreis. Geht da nicht noch was in Sachen rot-grüner Zusammenarbeit? Ross und Reiter wären jedenfalls genannt.

Zuvor hatte Parteivorsitzende Gronemann der SPD im Hinblick auf zehn Monate vergebliches Ringen um eine neue Koalition im Stadtparlament „Ausschließeritis“ vorgeworfen. Auch die Christdemokraten, die unter anderem mit Parteichefin und Ministerin Eva Kühne-Hörmann vertreten waren, bekamen ihr Fett weg: Die CDU verfahre vor der Wahl offenbar nach dem Prinzip 20+10, so Gronemann: „20 Prozent Stammwähler, 10 Prozent AfD-Wähler“. OB-Kandidat Dominique Kalb fische am rechten Rand, wie unter anderem die „widerliche Debatte“ um Weihnachten in Kitas gezeigt habe.

Seine grüne Konkurrentin Eva Koch präsentierte sich in ihrer Rede voller Tatendrang: Sie sei nicht nur angetreten, weil die Grünen aus der Kasseler Politik nicht wegzudenken seien, sondern auch, weil die anderen Parteien ausschließlich Männer aufgestellt haben. Beim Anblick der Plakate könnten junge Frauen wie ihre 15-jährige Tochter sonst denken: Scheint ein Männerposten zu sein. „Es ist Zeit für eine Frau an der Spitze der Stadt Kassel“, sagte Koch und entwarf ihre Vision einer im Wortsinn blühenden Stadt für die Menschen.

Eine Entdeckung für viele der 200 Gäste war auch die Amos-Begegnungsstätte an der Rudolf-Schwander-Staße, die grün illuminiert ein schönes Ambiente bot. Am Mitbring-Büffet, zu dem traditionell viele Grüne selbst gemacht Köstlichkeiten beisteuern, labten sich unter anderem Jan Röse von der gastgebenden Baunataler Diakonie Kassel, OB-Kandidat Dr. Bernd Hoppe (Freie Wähler), Stadtverordnetenvorsteherin Petra Friedrich (SPD), Stasdrätin Dr. Marlis Wilde-Stockmeyer (Linke) und Christian Hachmann (Pirate

n).

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