31-jähriger Mann aus Eritrea hatte sich an junger Landsmännin vergangen

Landgericht Kassel: Neun Jahre Haft für Vergewaltigung

Statue der Justitia
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Zu neun Jahren und drei Monaten Haft ist ein 31-jähriger Mann vor dem Kasseler Landgericht wegen Vergewaltigung verurteilt worden. (Symbolbild)

Wegen besonders schwerer Vergewaltigung in zwei Fällen hat die 10. Strafkammer des Landgerichts einen 31-jährigen Mann aus Eritrea zu einer Freiheitsstrafe von neun Jahren und drei Monaten verurteilt.

Kassel - Oft werden in Vergewaltigungsprozessen die Angeklagten freigesprochen, weil Aussage gegen Aussage steht, Zeugen fehlen und die Tat nicht eindeutig nachgewiesen werden kann.

Diesmal jedoch hatte die Strafkammer von Richter Robert Winter keinerlei Zweifel daran, dass die Schilderungen der 20-jährigen Frau der Wahrheit entsprechen und sich die Tat wie von der Anklage dargestellt abgespielt hat. Staatsanwalt Gerhard hatte dafür neun Jahre und sechs Monate gefordert, Verteidigerin Susanne Leyhe hatte auf Freispruch plädiert, weil der Geschlechtsverkehr – wie von ihrem Mandanten behauptet – einvernehmlich gewesen seien könnte.

Der Angeklagte war im Dezember 2019 erst wenige Stunden vor der Tat aus einer mehrmonatigen Haft entlassen worden, die er wegen einer einschlägigen Tat verbüßt hatte. Die Entlassung aus dem Gefängnis wurde in einer Wohnung an der Martinstraße von zahlreichen Landsleuten mit reichlich Alkohol gefeiert.

Als die Feier zu Ende ging, habe sich der Angeklagte der jungen Frau genähert und sie sexuell bedrängt, schilderte Staatsanwalt Gerhard das Geschehen. Dabei habe ihn der Freund der Frau zuvor noch gebeten, auf sie aufzupassen.

Als die 20-Jährige den Angeklagten zurückwies, habe der eine Wodkaflasche an der Wand zerschlagen, sie mit dem scharfen Flaschenhals bedroht und zum Ausziehen gezwungen. Ein auf einem Sofa schlafender Gast habe gesagt: „Lass sie in Ruhe, sie ist noch ein Kind.“ Die Geschädigte habe den Angeklagten noch gebeten, an seine eigene Frau und sein Kind zu denken und ihr nichts anzutun. Dennoch habe der Angeklagte die weinende Frau zehn Minuten lang vergewaltigt.

Die Frau habe geglaubt, es überstanden zu haben, weil der Mann nun anfing, selbstverfasste Gedichte über Mütter und Frauen zu lesen. Sie zog sich wieder an. Doch wenige Minuten später habe der Angeklagte die Frau erneut bedroht und zum zweiten Mal vergewaltigt. Diese Tat bewertete Gerhard für noch strafwürdiger, weil die junge Frau nun auch noch Todesangst ausgestanden habe.

Nach der Tat war das Opfer auf die Straße gelaufen, hatte eine wildfremde Frau um Hilfe gebeten, die sie dann auch zur Polizei begleitete, wo sie Anzeige erstattete.

Ein Sachverständiger hatte dem Angeklagten trotz dessen vorangegangenen Alkoholkonsums volle Steuerungs- und Schuldfähigkeit bescheinigt. Er habe bei der Tat planvoll und zielgerichtet agiert. (Thomas Stier)

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