Bei Fieber könnte auch der Psychiater kommen

Neuregelung der ärztlichen Bereitschaftsdienste: Es rumort kräftig

Kassel. Bei der Neuorganisation des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes gibt es derzeit einige Irritationen. So rumort es in Teilen der Ärzteschaft, weil erstmals alle Ärzte mit einer Kassenzulassung zum Bereitschaftsdienst herangezogen werden, darunter auch Hautärzte, Psychiater, Pathologen und Krankenhausärzte.

So könnte es theoretisch sein, dass ein Orthopäde einen Patienten mit einer akuten Nierenentzündung behandeln müsste.

167 von 470 angeschriebenen Ärzten aus der Region Kassel hätten bereits mitgeteilt, dass sie die Bereitschaftsdienste nicht antreten wollen. Diese müssten nun Gebühren zahlen, um die Dienste an andere Kollegen beispielsweise aus einem Pool von Vertretungsärzten zu delegieren, erläutert die Sprecherin der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen, Petra Bendrich. Einige hätten sich aber auch kurzfristig zu Fortbildungen angemeldet, um sich fit zu machen für den Bereitschaftsdienst.

Ziel seien hessenweit einheitliche und gerechtere Strukturen. Deshalb würden alle, zum Bereitschaftsdienst verpflichete Ärzte herangezogen. Erstmals soll beispielsweise ein Arzt Dienst tun, der seit rund 20 Jahren in einem Institut und nicht in einer Praxis arbeitet. „Das hat mich sehr überrascht“, sagt der Mediziner. Schließlich sei es bei der Beurteilung von akuten Bauchschmerzen, fiebrigen Infekten oder der Behandlung von Abszessen „nicht so drin, wie einer, der das täglich macht.“ Er will nun mit der KV klären, wie er überhaupt auf die Liste kam.

Im Dezember wurde 470 Kasseler Ärzten mitgeteilt, dass sie ab Februar zur Teilnahme an den Bereitschaftsdiensten verpflichtet seien. „Anders als bisher haben sich leider nicht ausreichend Freiwillige gefunden, so dass wir erstmals seit Jahren wieder auf das Verfahren der gleichmäßigen Dienstverpflichtung zurückgreifen müssen“, heißt es in dem Schreiben. 

Rubriklistenbild: © dpa/dpaweb

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