Nicht alle Gäste dürfen übernachten

Beherbergungsverbot führt in Kasseler Hotels zu deutlichem Mehraufwand

 Petra Bantle vor dem  Intercity-Hotel am Bahnhof Wilhelmshöhe.
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Sieht mit dem Beherbergungsverbot weiterhin Herausforderungen auf ihr Hotel zukommen: Petra Bantle vom Intercity-Hotel am Bahnhof Wilhelmshöhe.

Für Urlauber aus innerdeutschen Corona-Risikogebieten wird die Ferienplanung immer problematischer. In nahezu allen Bundesländern gelten für diese Urlauber Beherbergungsverbote – auch in Hessen.

Kassel/ Kreis Kassel - Gäste aus Corona-Risikogebieten? Sind nur noch unter bestimmten Auflagen erwünscht. Wie gehen Hotels in Kassel mit der Situation um, wenn es in Deutschland ständig neue Risikogebiete gibt?

Susanne Kiefer, Direktorin im Hotel Gude in Niederzwehren, sieht in der Regelung einen organisatorischen Mehraufwand, der für die Hotellerie nicht so einfach zu bewältigen sei. „Es ist schon eine Herausforderung, weil sich Risikogebiete momentan fast tagtäglich ändern können“, sagt sie. Das bedeutet: Hotelleitung und Mitarbeiter müssen sich ständig über die aktuelle Lage informieren – zusätzliche Arbeit zwischen Reservierungsanfragen und Gästebetreuung.

Allerdings: Wenn das Beherbergungsverbot vorgegeben sei, müsse es das Hotel sicherstellen, die Regelungen umzusetzen, erklärt Kiefer. Sie sagt: „Wir stellen uns der Herausforderung. Zur Sicherheit all unserer Mitarbeiter und Gäste.“

Beherbergungsverbot in Hotels: Zusätzliche Herausforderung in Corona-Zeiten

Auch für Petra Bantle, Direktorin des Intercity-Hotels am Bahnhof Wilhelmshöhe, sei es wichtig, sich täglich über neue Risikogebiete zu informieren. Dann gebe sie die Informationen an ihre Mitarbeiter weiter. „Anders geht es nicht“, sagt sie. Die besondere Herausforderung bei ihrem Hotel: die Nähe zum Bahnhof Wilhelmshöhe. „Oft können wir erst beim Check-In feststellen, woher ein Gast kommt. Bleibt beispielsweise ein Zug in Kassel liegen, betrifft das viele hundert Menschen aus ganz Deutschland, die dann plötzlich bei uns übernachten wollen. Kommt dann jemand aus einem Risikogebiet, müssen wir ihn wieder wegschicken“, erklärt Bantle.

In Harleshausen betreibt Klaudia Wirth das Hotel Am Sonnenhang – auch dort wird sich täglich über die aktuelle Corona-Lage informiert. „Wir gleichen alles mit den Vorgaben des Robert Koch-Instituts ab“, sagt sie.

Beherbergungsverbot in Hotels: Mit triftigen Gründen dürfen Gäste in Kassel übernachten

Ihr Vorteil: Im Hotel gibt es momentan fast keine Urlauber. „Wir beherbergen vor allem viele Arbeiter. Vertreter, Monteure. Und die dürfen aus notwendigen, beruflichen Gründe bei uns übernachten. Selbst dann, wenn sie aus einem Risikogebiet kommen“, erklärt Wirth. Allerdings: Selbstverständlich seien Übernachtungen nur unter Einhaltung der Hygienevorschriften möglich.

Auch das Hotel Zur Post in Lohfelden beherbergt weniger Urlauber. „Wir haben jetzt meist Gäste, die auf Durchreise sind. Kommen sie aus einem Risikogebiet, müssen wir sie gegebenenfalls abweisen“, sagt Geschäftsführerin Hiltrud Küfner. Sie informiert sich vor allem über den deutschen Hotel- und Gaststättenverband. „Manchmal kommen dort zwei, drei Meldungen am Tag rein“, berichtet Küfner. Immer wieder habe sie auch Gäste, die die Räumlichkeiten des Hotels für private Veranstaltungen nutzen und nicht übernachten. „Dann gelten die strengen Hygienevorschriften“, sagt sie.

Das sind die Ausnahmen

Beherbergungsbetriebe wie Hotels dürfen keine Gäste aus einem Corona-Risikogebiet aufnehmen, außer sie legen einen negativen Corona-Test vor, der nicht älter als 48 Stunden ist. Ebenfalls übernachten darf, wer nachweisen kann, dass sein Aufenthalt aus beruflichen oder medizinischen Gründen notwendig und unaufschiebbar ist. Auch bei triftigen Gründe wie der Pflege einer Person gilt die Ausnahme.

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