Gefahr für Lokalpolitiker

Nicht erst seit Anschlag von Hameln: Polizei berät Betroffene

Offenes Haus: In der Kreisverwaltung an der Wilhelmshöher Allee in Kassel gibt es keine Kontrollen. Archivfoto: nh

Kassel. Nicht erst nach den tödlichen Schüssen auf den Hamelner Landrat Rüdiger Butte vom Freitag ist bekannt: Auch prominente Kommunalpolitiker sind mitunter gefährdet. Die Polizei berät betroffene Personen oder reagieren auf die Bitte, sie in Sachen Sicherheit zu beraten.

Wie Polizeisprecherin Sabine Knöll auf HNA-Anfrage erklärte, unterstützen Spezialisten der Polizei auch Politiker in der Region, wenn es um das Thema Sicherheit geht. Die Beamten gehen laut Knöll entweder von sich aus auf die Betroffenen zu oder reagieren auf die Bitte, sie in Sachen Sicherheit zu beraten.

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Welche Variante gewählt werde, entscheide die Polizei im Einzelfall. So oder so gebe es Ratschläge, wie sich die Politiker im Fall einer Bedrohung verhalten sollten. Wer in Nordhessen die Hilfe der Polizei in Anspruch nimmt, sagte die Sprecherin nicht.

Im Kreishaus an der Wilhelmshöher Allee macht man sich nach dem tödlichen Anschlag auf den Hamelner Landrat keine Illusionen: Sicherheit vor entschlossenen Tätern, die es auf die politische Spitze abgesehen haben, gibt es nur in begrenztem Umfang. Im Kreishaus ist es ab 17 Uhr nicht mehr möglich, in den vierten Stock zu gelangen - dorthin, wo Landrat Uwe Schmidt und seine Stellvertreterin Susanne Selbert sitzen.

Nach Auskunft von Kreissprecher Harald Kühlborn dient diese Vorsichtsmaßnahme aber auch dem Schutz vor Diebstahl. Denn auch wenn die Verwaltungsmitarbeiter ihre Büros verlassen haben, herrscht in dem Gebäude oft noch Betrieb. So gehen dort beispielsweise regelmäßig Veranstaltungen der Volkshochschule über die Bühne.

Tagsüber haben laut Kühlborn die Mitarbeiter an der Infotheke im Foyer ein Auge auf die Besucher. „Sie haben einen Blick drauf, wenn jemand gruß- und wortlos das Kreishaus betritt.“ Allerdings handele es sich bei den Mitarbeitern nicht um Sicherheitspersonal. Kühlborn: „Dafür sind sie auch nicht ausgebildet.“

Auch im Kasseler Rathaus, dem Sitz von Oberbürgermeister Bertram Hilgen und den hauptamtlich arbeitenden Dezernenten, könne es keine hundertprozentige Sicherheit geben, sagt Magistratssprecher Ingo Happel-Emrich. „Es handelt sich um ein öffentliches Gebäude, und wir sind eine bürgernahe Verwaltung.“

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