Monatlich kommen bis zu 60 Minderjährige allein in Kassel an

Nicht genug Heime für jugendliche Flüchtlinge in Stadt und Kreis Kassel

Kassel. Die Jugendämter in Stadt und Kreis Kassel kümmern sich um immer mehr jugendliche Flüchtlinge, die ohne ihre Familie hierherkommen.

Allein in der Stadt Kassel werden derzeit 50 bis 60 neue Jugendliche pro Monat aufgenommen. Weil die bestehenden Wohnheime für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (UMF) überfüllt sind, werden Neuankömmlinge zum Teil sogar in Hotels untergebracht und betreut. Die Kommunen suchen dringend neue Unterbringungsmöglichkeiten.

Seit Jahresbeginn hat die Stadt bereits über 280 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge aufgenommen – 2014 waren es 163. Der Landkreis zählte dieses Jahr bisher 137 Fälle und rechnet bis zum Jahresende mit 220 weiteren Zuweisungen (Vorjahr gesamt: 58).

In den drei bestehenden Einrichtungen für UMF in Kassel, die von freien Trägern der Jugendhilfe betrieben werden, gibt es aktuell rund 150 Plätze. Nochmal so viele müsse man schnellstens schaffen, sagt Kassels Jugendamtsleiterin Judith Osterbrink. Wie berichtet, wird derzeit ein neues Wohnheim am Jungfernkopf vorbereitet, in der Kita Forstfeld soll eine Inobhutnahme als erste Anlaufstelle für neu angekommene Jugendliche eingerichtet werden. Weitere Häuser oder WG-taugliche Wohnungen werden dringend gesucht.

Allein geflüchtete Minderjährige werden nicht in regulären Asylbewerberheimen untergebracht, sondern müssen nach den Vorgaben der Jugendhilfe behandelt werden. In speziellen Wohngruppen werden sie - wie deutsche Jugendliche, die nicht in ihrer Familie leben - rund um die Uhr von Sozialpädagogen betreut.

Die Stadt vermittelt zunehmend auch unbegeleitete Jugendliche in Gastfamilien. Das sei noch nie zuvor nötig gewesen, sagt Jugenddezernentin Anne Janz. Das neue Modell sei aber auch aus der großen Hilfsbereitschaft der Kasseler Bevölkerung entstanden. Im Landkreis ist bereits jeder zweite Jugendliche in einer Familie untergebracht.

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