Jährlich 76.500 Euro

Nicht mehr erfolgreich: Stadt schließt den Trinkraum Ende 2017

Kassel. Der Trinkraum im Hansa-Haus an der Kurt-Schumacher-Straße wird Ende dieses Jahres geschlossen. Damit beerdigt Oberbürgermeister Christian Geselle (SPD) ein Projekt des früheren Bürgermeisters Jürgen Kaiser (SPD).

Zum Jahresende beende die Stadt Kassel ihre Zusammenarbeit mit dem Verein Szene direkt, der den sogenannten Trinkraum betreibt, teilte Geselle in einer Presseerklärung mit. Der Vertrag über eine jährliche Zuwendung werde fristgerecht gekündigt. Das hat der Magistrat am Montag beschlossen.

„Wir haben festgestellt, dass der Betrieb des Trinkraums in letzter Zeit nicht mehr zu dem erhofften Erfolg geführt hat“, sagte Geselle. Das Ziel, möglichst vielen alkoholabhängigen Menschen einen Aufenthaltsort außerhalb von öffentlichen Plätzen anzubieten, werde mit diesem Angebot nicht erreicht.“

Die Stadt Kassel wolle künftig die Zusammenarbeit mit der Drogenhilfe Nordhessen ausweiten und verstärkt auf die aufsuchende Sozialarbeit im Innenstadtbereich setzen, so Geselle. Mit den ab dem Jahr 2018 für den Trinkraum eingesparten Mitteln in Höhe von jährlich 76 500 Euro könne das Projekt „Straßenarbeit mit Schlichtungsfunktion“ gestärkt werden. Geselle: „Um den unerwünschten Begleiterscheinungen eines exzessiven Konsums von Alkohol und Drogen in der Öffentlichkeit zu begegnen, setzen wir verstärkt auf Prävention.“

Angela Waldschmidt, Geschäftsführerin der Drogenhilfe Nordhessen, begrüßt die Entscheidung der Stadt: „Unser Konzept, bei dem Streetworker die Szene direkt an ihren Aufenthaltsorten aufsuchen, ist ein erfolgreiches Modell. Mit den von der Stadt Kassel voraussichtlich zusätzlich zur Verfügung gestellten Mitteln können wir unser Personal so aufstocken, dass wir regelmäßiger vor Ort sein und die Menschen noch besser erreichen können.“

Weiterhin setze die Stadt Kassel auch auf die verstärkte Präsenz von städtischen Ordnungskräften, so Geselle.

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