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„Gibt doch auch tausend Pizzerien“: Warum Donut-Läden in Kassel so beliebt sind

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Von: Matthias Lohr

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Ein junger Mann hält ein Gebäck mit einem Loch in der Mitte vor sein Auge.
Auch Mika Matthias aus Kassel liebt Donuts. Im Foto hält er einen von Deezy Donuts in Kassel. © Andreas Fischer

In Kassel gibt es immer mehr Donut-Läden. Die Betreiber bieten unterschiedlichste Sorten an – und erklären, warum das frittierte Gebäck so im Trend liegt.

Kassel – Die Lieblingsspeise von Homer Simpson gibt es in Kassel nun an fast jeder Ecke: In der Innenstadt eröffnen immer mehr Donut-Läden. Warum liegt das süße Gebäck so im Trend?

Am Wochenende war es auf dem Kasseler Königsplatz wie im US-Kino. Dort essen Polizisten immer Donuts – ob in der Kult-Serie „Twin Peaks“ oder bei „Police Academy“. Als nun wegen einer Demonstration zahlreiche Beamte in der Innenstadt waren, versorgten sie sich im neuen Laden von Oliver Wohlrab mit dem süßen Teigklassiker, wie der Betreiber sagt.

Neuer Gastro-Trend für junge Zielgruppe: Donut-Filialen erobern Kassel

Aber nicht nur Polizisten lieben Donuts. Wohlrabs gerade eröffnete Filiale „Deezy Donuts“ im ehemaligen Starbucks-Café, das Ende vergangenen Jahres dicht machte, ist nur eines von vielen Geschäften in der City, die sich auf das frittierte Gebäck aus den USA spezialisiert haben.

Nach dem klebrigen Bubble Tea, den man vor ein paar Jahren an jeder Ecke bekam, sind Donuts der neueste Gastro-Trend für eine vor allem junge Zielgruppe.

Wohlrab schätzt Donuts schon länger. Der 39-Jährige, der sich als DJ Blackskin, Eishockeyspieler und Event-Manager einen Namen in der Region gemacht hat, ist früher an Flughäfen oder Bahnhöfen immer als erstes zu einer „Dunkin’ Donut“-Filiale gegangen.

Donuts sind der Gastro-Trend in Kassel

Die US-Kette hat das runde Gebäck schon vor Jahren nach Europa gebracht. „Ich finde die Fluffigkeit des Teigs geil“, sagt Wohlrab. Der Krapfen kann in unzähligen Versionen mit Glasuren und Toppings kombiniert werden. Weil Wohlrab in der Pandemie als DJ und Event-Manager kaum zu tun hat, eröffnete er vorigen Sommer seine erste „Deezy Donuts“-Filiale in Oberkaufungen. Mittlerweile beschäftigt er zehn Mitarbeiter.

Bis Ende des Jahres sollen bis zu sechs Franchise-Läden dazukommen. Fragt man ihn, ob der Donut-Markt in Kassel mittlerweile – Achtung – gesättigt sei, antwortet er: „Nein, es gibt doch auch tausend Pizzerien.“ So sieht das auch Maria Teresa Salioski-Parrilla, die genau heute vor einem Jahr mit „Mommy’s Donuts“ das Online-Geschäft aufnahm. „Auch jede Pizza schmeckt anders“, sagt die 41-Jährige.

Gastro-Trend in Kassel: Donuts haben in den USA eine lange Tradition

Auf den Donut-Geschmack kam Salioski-Parrilla, als eine Freundin Geburtstag hatte und sie keine Zeit, einen Kuchen zu backen. Also kaufte sie Fertig-Donuts und verzierte sie mit einer leckeren Glasur und Toppings: „Sie schmecken gut und sehen einfach gut aus.“

Mit Khulud Dökmeci betreibt sie mittlerweile einen Stand in der Markthalle. Seit Dezember können Kunden ihre Donuts nicht nur per Instagram bestellen, sondern sie sich auch über Lieferando nach Hause liefern lassen. Nebenbei arbeitet Salioski-Parrilla jedoch weiterhin in einem Lebensmittelgeschäft.

Während Donuts in den USA eine lange Tradition haben, kannte man sie in Europa vor allem als Lieblingsmahlzeit des Serien-Vaters Homer Simpson, der für die Mischung aus Zucker und Fett selbst seine Kinder verraten würde.

Trend-Gebäck Donut: Anbieter in Kassel haben unterschiedliche Konzepte

In Deutschland hat in den vergangenen Jahren vor allem die Kette „Royal Donuts“ das Geschäft vorangetrieben. Dabei hat Gründer Enes Seker aus Aachen erst 2018 seine erste Filiale eröffnet – in Köln.

Heute gibt es in Europa mehr als 200 Franchise-Läden mit seinem Gebäck, das nicht nur gefüllt und mit einer Glasur überzogen ist, sondern so üppig aussieht wie eine kleine Torte. So gibt es bei „Royal Donuts“ etwa eine Variante mit Erdnussbutter, Keksstückchen, Schokolinsen und Nutella-Streifen. Ein Teil kostet schon mal 5,50 Euro.

Bei anderen Anbietern ist weniger dagegen mehr. Wohlrab setzt auf den amerikanischen Weg. Der Teig ist also nicht so voll wie bei manchen Konkurrenten. Aber ob viel oder wenig – „Donuts machen happy“, sagt Cengiz Dag, der im Spätsommer seinen Laden „Donuts Boss“ in der Oberen Königsstraße eröffnet hat.

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In Kassel gibt es immer mehr Donut-Läden – Wird der Trend anhalten?

In Korbach, wo er eine weitere Filiale betreibt, arbeitet er mit einem Fitnessstudio zusammen. Der Trainer dort sagt: „Das Gesunde am Donut ist das Loch.“

Anders als andere Ernährungstrends wie Bowls mit Hirse und anderem Superfood sind Donuts nicht gerade gesund. Man muss sich das Süße erarbeiten. Zu Wohlrab kommen auch Bodybuilder, die sich jede Woche einen Sechser-Pack kaufen, wie er sagt. Für das Six-Pack am Körper muss man dann eben mehr trainieren.

Er glaubt, dass der Donut-Trend anhalten wird. Auch wenn er mittlerweile jeden Tag Angebote aus der ganzen Republik bekommt: Man könne das Equipment von Läden übernehmen, die wieder zugemacht haben.

Bei Kassels Gastronomie ist zurzeit viel in Bewegung: So soll in der Nähe von „Deezy Donuts“ am Kasseler Königsplatz bald die Burgerkette Five Guys eröffnen. (Matthias Lohr)

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