Die Pläne im Detail

20-Millionen-Werk in Niederzwehren: Technoform will Maßstäbe setzen

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Moderne Anlagen in hellen, klimatisierten Räumen bestimmen das Bild im Technoform-Werkzeugbau in der Otto-Hahn-Straße. Dort hat die Gruppe unlängst 2,25 Millionen Euro investiert. Unser Bild zeigt von (links) Lukas Gräber, Angelo Thiel und Manuel Wiegand.

Kassel. Das geplante neue Werk im Gewerbegebiet "Langes Feld" in Niederzwehren ist die größte Investition der Technoform-Firmengeschichte. Wir erklären, was die Firma dort genau plant.

Hellena Kreuter

Die Investition im Langen Feld soll hinsichtlich der Produktionstechnik, des Arbeitsflusses und der Energieversorgung, aber auch mit Blick auf die Arbeitsmedizin Maßstäbe setzen. Strom und Wärme soll ein eigenes Gaskraftwerk liefern. Helle, tageslichtdurchflutete und klimatisierte Räume mit Ruhe-Inseln werden die Arbeitsbedingungen für die etwa 200 Beschäftigten ganz erheblich verbessern. Das Material läuft aus einem automatisierten Hochregallager, und nach Angaben von Technoform-Bautec-Prokuristin Hellena Kreuter wird das Werk so ausgelegt, dass es später mit einem fahrerlosen Transportsystem ausgestattet werden kann.

Hier soll das neue Werk entstehen.
Tilman Berger

Unabhängig vom Bau des neuen Werks im Langen Feld hat Technoform Bautec 2,25 Millionen Euro in die Erweiterung des eigenen Werkzeugbaus in der Otto-Hahn-Straße investiert – unter anderem in neue Anlagen, bauliche Veränderungen und die Klimatisierung – investiert, wie die Prozess-Manager Hajrudin Imamovic und Tillman Berger berichten. Außerdem wurden sieben neue Stellen in dem Bereich mit aktuell knapp 40 Mitarbeiter geschaffen. Der Werkzeugbau arbeitet ausschließlich für die Technoform-Gruppe, damit wertvolles produktionstechnisches Know-How nicht abfließt.

Hajrudin Imamovic

Die Erweiterung und Modernisierung im laufenden Betrieb wurde vom Kasseler Gebäude- und Personaldienstleister MC Group organisiert. Die Erweiterung wurde erst mit dem Umzug der Werkzeug-Designer und Instandhalter an den Produktionsstandort Fuldabrück im Zuge der Verschmelzung der einst selbstständig agierenden Technoform Extrusion Tooling GmbH (TET) auf die Technoform Bautec GmbH möglich. Der dritte Bautec-Standort an der Korbacher Straße ist von den Neubau- und Umzugsplänen nicht betroffen und bleibt unverändert erhalten.

Dr. Mathias Behrens

Technoform-Bautec-Geschäftsführer Dr. Mathias Behrens erklärte, dass die Fusion abgeschlossen sei und das neue Konstrukt gut funktioniere. Wie berichtet, hatte es anfänglich Widerstand insbesondere aus den Reihen des TET-Betriebsrats gegen die Verschmelzung gegeben.

Hintergrund: Technoform Bautec

Technofom Bautec ist einer von drei eigenständig agierenden Unternehmensbereichen mit zahlreichen Töchtern und Beteiligungen unter dem Dach der Holding Technoform Caprano + Brunnhofer GmbH. Sie wurde 1969 von den beiden Unternehmern Karl-Hans Caprano und Erwin Brunnhofer gegründet. Heute wird sie vom Sohn eines Mitgründers, Andreas Caprano, geführt. Neben den drei Betriebsstätten der Technoform Bautec gibt es zwei weitere Werke in Lohfelden, wo die Technoform Glas Insulation (TGI) beziehungsweise die Technoform Kunststoffprofile produzieren. Die renditestarke Gruppe setzte im vergangenen Jahr mit weltweit 1250 Beschäftigten 265 Millionen Euro um und erzielte im Jahr davor einen Reingewinn von fast 23 Mio. Euro.

Kommentar von José Pinto: Bekenntnis zu Kassel

Der Bau der neuen Fabrik auf der grünen Wiese im Langen Feld ist die größte Einzelinvestition in der Geschichte der Technoform-Gruppe und nach den beiden SMA-Werken in Kassel und auf dem Sandershäuser Berg die erste große Produktionsstätte seit Jahren. Und sie ist ein klares Bekenntnis des Familienunternehmens und ihrer Gesellschafter zum Standort Kassel.

Der Erwerb von eigenem Grund und der Bau eines eigenen Gebäudes markiert gleichzeitig eine Kehrtwende in der bisherigen Investitionspraxis von Technoform. Denn bislang haben die Kasseler Fensterprofil-Spezialisten statt in Betongold in Forschung und Entwicklung sowie in Fertigungstechnologie und Mitarbeiter investiert. Das billige Geld hat die die Gesellschafter offenbar zum Umdenken bewogen.

Das Technoform-Werk wird die zentrale Investition im ersten Bauabschnitt des neuen Gewerbegebiets und dürfte eine Sogwirkung auf andere Investoren haben. Die Entscheidung der Stadt, an der A 49 Raum für Neuansiedlungen zu schaffen, war richtig und wird sich auszahlen.

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