50-Jähriger, der Frauen attackiert haben soll, hatte Sicherungsverwahrung

Kassel. Der 50-jährige Mann, der dringend tatverdächtig ist, am Mittwochabend, 7. Oktober, zwei ihm völlig fremde Frauen mit einem Küchenmesser auf der Frankfurter Straße in Niederzwehren attackiert und verletzt zu haben, hat wohl mehrere Jahre in Sicherungsverwahrung gesessen.

Der HNA liegen Informationen vor, dass der Mann vor mehr als 20 Jahren bereits wegen Sexual- und Gewaltstraftaten verurteilt worden war. Die Strafen dafür verbüßte er dem Verenehmen nach bis zum Jahr 2000, anschließend griff wegen der Gefährlichkeit des Mannes die Sicherungsverwahrung, die bis Juli 2010 andauerte.

Zudem soll der Mann aus Kassel erst im November vergangenen Jahres wegen Körperverletzung zu einer Geldstrafe verurteilt worden sein. Damals hatte er wohl eine Frau, die mit ihm in einer Wohnung lebte, mehrmals ins Gesicht geschlagen.

Dr. Götz Wied, Sprecher der Staatsanwaltschaft Kassel, will sich zu den Vorstrafen des 50-jährigen Mannes nicht äußern. „Wir sagen grundsätzlich nichts zu abgeschlossenen Verfahren, wenn die Vollstreckung bereits erfolgt ist.“ Auch mit Blick auf die Resozialisierung eines Menschen.

Wied bestätigt allerdings, dass gegen den Mann jetzt wegen des Verdachts eines versuchten Tötungsdelikts und der gefährlichen Körperverletzung ermittelt wird. Laut Polizeisprecher Torsten Werner hat sich der Mann, der zunächst in die Krankenabteilung der Justizvollzugsanstalt Kassel I in Wehlheiden gebracht wurde bislang immer noch nicht zu seinem Motiv geäußert.

Der Mann war von einem 20-jährigen Zeugen, der den beiden Frauen zur Hilfe geilt war, mit einem Faustschlag ins Gesicht vorübergehend außer Gefecht gesetzt worden. Weitere Passanten hatten den 50-Jährigen dann bis zum Eintreffen der Polizei festgehalten.

Das 34-jährige Opfer, das durch die Attacke lebensgefährliche Verletzungen erlitten hatte, befindet sich auf dem Weg der Besserung. Die 49-jährige Frau, mit der die 34-Jährige zuvor einen Elternabend in der Johann-Hinrich-Wichern-Schule besucht hatte, erlitt lediglich leichte Verletzungen, zumindest körperlich.

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Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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