Es ist schon eine Tradition

Einsatz auch gegen Islam-Angst: Ahmadiyya-Jugendliche sammelten Raketen ein

Silvester-Kehraus vor Moschee: Mujahid (vorn von links), Aqib, Ayyaz und Shazeb zeigen eine Auswahl der Fundstücke. Abdul Wadoodkarum (Mitte, in braunem Mantel) hatte die Aktion organisiert. Foto: Dilling

Niederzwehren. Am Neujahrsmorgen sammelten 50 Kinder und Jugendliche der rund 300-köpfigen Ahmadiyya-Gemeinde nach dem frühmorgendlichen Gottesdienst in der Moschee abgebrannte Feuerwerkskörper in Niederzwehren ein.

Nach Ansicht von Atif Tschohan, Jugendleiter der muslimischen Gemeinde in Nordhessen, ist dieser Einsatz wichtiger denn je. „Im Zeichen der Pegida-Demonstrationen kann er helfen, die Islam-Angst abzubauen“, sagte Tschohan nach der morgendlichen Sammeltour.

Ahmadiyya ist eine als liberal geltende, zu einer muslimischen Minderheit zählende Glaubensrichtung im Islam. Sie hat ihre Wurzeln in Pakistan, wie die meisten der im Raum Kassel lebenden Gemeindemitglieder. Mit Einsätzen wie dem Silvester-Kehraus zeige die Gemeinde, dass sie treu zum deutschen Staat und seinen Einrichtungen stehe und sich für den Frieden einsetze, sagte Tschohan. Er wünsche sich für das neue Jahr einen Ausbau solcher Benefizaktionen.

Das Engagement der Gemeindemitglieder sei immer freiwillig, betonte er. Das gelte auch für Spenden. Den in einem Fernsehbericht vor zwei Monaten erhobenen Verdacht, Asylbewerber würden von Ahmadiyya angehalten, viel Geld zu spenden, um von der Gemeinde günstige Beurteilungen für ein Aufenthaltsrecht zu erhalten, nannte Tschohan „absurd“. Seine bisher als Verein organisierte Glaubensgemeinschaft sei inzwischen vom Staat als eine Körperschaft des öffentlichen Rechts anerkannt. Dem sei eine eingehende Prüfung vorausgegangen, berichtet der Jugendleiter.

Beim Raketenaufsammeln machten übrigens nur Jungen mit. Die Mädchen seien in der Gruppe der weiblichen Gemeindemitglieder organisiert, sagte Tschohan. (pdi)

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