Die Batterie macht oft schlapp

ADAC-Tester untersuchten über 50 Autos zum Start in die Wintersaison

Kassel. Bereits vor Beginn der kostenlosen Wintercheck-Aktion des ADAC am Samstag hatte sich eine Warteschlange von Fahrzeugen auf dem TÜV-Gelände an der Knorrstraße gebildet. Über 50 Autofahrer machten von dem Angebot des Automobilclubs Gebrauch.

Sie sind in den kommenden kalten Wochen sicherer auf den Straßen unterwegs. Denn die erfahrenen Techniker hatten schnell Mängel aufgespürt, die auch gefährlich werden können: defekte oder falsch eingestellte Fahrzeugleuchten, abgefahrene Reifen oder Bremsbeläge.

Der Kasseler Wolfgang Herwig freute sich, dass sein erst kürzlich erstandener schicker Gebrauchtwagen bei der technischen Prüfung gut abschnitt. Einziger Minus-Punkt: Der Luftdruck der Winterrreifen war zu niedrig. „Das kann gerade bei Nässe bei einer Gefahrenbremsung den Bremsweg erheblich verlängern“, warnte ADAC-Fachmann Piero Scazzi. Im Winter sollte deshalb zweimal im Monat der Luftdruck geprüft werden, empfiehlt er. Und ab einer Profiltiefe von vier Millimetern lasse die Verkehrssicherheit merklich nach, deshalb sollten Reifen dann ersetzt werden, auch wenn dies der Gesetzgeber erst ab 1,6 Millimeter verlangt.

Beim Beleuchtungstest musste manch ein Autobesitzer auch erst einmal den Schalter für die Nebelscheinwerfer suchen. Eine gute Übung, denn gerade Novembertage sind häufig mit schlechter Sicht verbunden. Defekte Lampen, die die Autotester häufiger beanstandeten können genauso gefährlich werden „Es ist wichtig, dass man gut sieht, aber auch gesehen wird“, betont Scazzi.

Auch Peter Wölge aus Söhrewald-Wattenbach kann mit seinem 18 Jahre alten Mercedes SLK beruhigt in die Wintersaison starten. Selbst die Batterie, die kürzlich wegen einer vergessenen Innenleuchte schlapp machte, wird noch ein bisschen durchhalten, befand Christopher Losekamp. Mit einem speziellen Testgerät kann er den Zustand der Batterie ermitteln und im Zweifelsfall eine Neuanschaffung empfehlen.

Denn eine schwache Batterie sei im Winter der häufigste Grund für eine Panne. Weil beispielsweise die Heizung für Heckscheibe und Seitenspiegel sowie Scheibenwischer ordentlich Strom ziehen, sollte gerade im Stand oder bei häufigen Kurzstreckenfahrten auf den Ladezustand der Batterie geachtet werden. Radio oder Sitzheizung beispielsweise seien unnötige Stromfresser.

Auch darauf sollten Autofahrer zu Beginn der kalten Jahreszeit achten: Zwischen Oktober und Ostern ist Zeit für die Winterreifen. Das Kühlmittel braucht ausreichend Frostschutz (von der Werkstatt überprüfen lassen), ebenso die Scheibenwaschanlage. Wischerblätter, die Schlieren hinterlassen, sollten ersetzt werden. Und regelmäßig von innen gereinigte Scheiben beschlagen nicht so schnell. Noch ein Tipp: Türen frieren nicht fest, wenn die Gummidichtungen vor dem Frost mit Spezialpflegemitteln behandelt werden.

Von Martina Heise-Thonicke

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