Bis zu 400 Menschen erwartet

Doch Erstaufnahme für Flüchtlinge in Kassel

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Das frühere Wohnheim für Polizeianwärter bei der Bereitschaftspolizei in Niederzwehren.

Kassel. Das Land Hessen hat konkrete Pläne, in einem leerstehenden Gebäude bei der Bereitschaftspolizei in Niederzwehren bis zu 400 Flüchtlinge unterzubringen.

Das geht aus einem Schreiben des Regierungspräsidiums Gießen an die Stadt Kassel hervor. In dem ehemaligen Wohnheim für Polizeischüler soll eine weitere Außenstelle der Hessischen Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge entstehen. Die Hauptstelle befindet sich in Gießen.

Kriminaloberrätin Beate Theis, Abteilungsleiterin des Standorts in Niederzwehren, bestätigte auf Anfrage der HNA, dass noch vor Wintereinbruch 400 Flüchtlinge in das Wohnheim einziehen sollen. Das habe sie am Montag erfahren.

Bereits im März dieses Jahres war der Gebäudekomplex, der Ende der 1960er-/Anfang der 1970er-Jahre errichtet worden war, besichtigt worden, um zu prüfen, ob er sich für eine Erstaufnahmeeinrichtung eignet. Die Polizeischüler mussten das Wohnheim im Jahr 2013 verlassen, weil die Brandschutzbestimmungen nicht mehr erfüllt worden waren. Zudem müsste die Immobilie instand gesetzt werden. Die Kosten für die Sanierung könnten in die Millionen gehen. Zwischenzeitlich hatte das Land Abstand von den Plänen für eine Erstaufnahmeeinrichtung genommen.

Das hat sich geändert. In dem Brief des RP Gießen an die Stadt steht, dass man sich aufgrund der Prognosen für steigende Flüchtlingszahlen jetzt gezwungen sehe, das Gebäude innerhalb der nächsten sechs Monate zur Unterbringung der Menschen nutzbar zu machen, sagt Kassels designierter Kämmerer und Sozialdezernent Christian Geselle (SPD). Das Land wolle damit vermeiden, Flüchtlinge in den Wintermonaten in Zelten unterbringen zu müssen.

Die Stadt Kassel suche jetzt das Gespräch mit dem Land, um die konkreten Pläne zu erfahren. Die Bauaufsicht werde alle Maßnahmen eng begleiten, sagt Geselle.

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