Wiedereröffnung des Restaurants

Neuer Küchenchef der „Pfeffermühle“ in Kassel will mit leichteren Menüs überzeugen

Bastian Arendes, neuer Küchenchef im Restaurant Pfeffermühle des Hotel Gude in Kassel Niederzwehren
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Ab sofort wird wieder für Restaurantgäste gekocht: Bastian Arendes hat jetzt das Kommando in der Küche der „Pfeffermühle“ im Hotel Gude in Niederzwehren.

Mit einigen Neuerungen gibt Bastian Arendes seinen Einstand als Küchenchef einer der renommiertesten kulinarischen Adressen in Kassel.

Kassel – Endlich kann es wieder losgehen in der Pfeffermühle: Das Restaurant des Hotels Gude in Niederzwehren, eine der renommiertesten gastronomischen Adressen in Kassel, öffnet am Freitag (18.6.2021) nach langer Corona-Pause wieder für Gäste. Die Neugier und die Erwartungen sind groß zumal der langjährige Küchenchef Fritz Wimmer seit einiger Zeit nicht mehr an Bord ist. Sein Nachfolger Bastian Arendes hat sich seit Februar eingearbeitet für seinen Einstand – der einige Neuerungen mit sich bringt.

Wie das ankommt und funktioniert, wurde am Mittwochabend schon mal getestet. Die 25-köpfige Küchen- und Servicecrew ist durch die schwere Zeit komplett an Bord geblieben – eine Seltenheit in der Branche – und bewirtete bei dem Probelauf Familienmitglieder sowie Kollegen aus anderen Bereichen des Hotels. Die waren als Testesser eingeladen und ermutigt worden, quer durch die neue Karte zu bestellen.

Die kommt deutlich straffer und zeitgemäßer daher, als man es von dem Traditionsrestaurant bisher kannte. Dass die „Pfeffermühle“ so viele und treue Stammgäste hat, ist einerseits ein Segen, andererseits aber auch heikel für ambitionierte Küchenchefs: Etliches in der alten Karte war – pardon – schon etwas oldschool, musste für langjährige Fans aber stets vorgehalten werden. Ein Abend bei Gude ohne Schlemmertöpfchen, sämige Saucen oder die legendären Filetmedaillons „Monte Cassino“ – für manchen Freund des Hauses nur schwer vorstellbar.

Diesen Zopf will Arendes mit Ermutigung der Inhaber und Hoteldirektorin Susanne Kiefer nun behutsam kürzen und eine „schlanke, präzise Frischeküche“ mit regionaler Fundierung präsentieren, „So schmeckt Nordhessen heute“, heißt die neue Mission.

Das macht sich bemerkbar durch eine deutliche Reduzierung der Posten auf der Karte, mehr Leichtigkeit, Frische und Saisonbezug. Regionale Lieferanten werden in den Fokus gerückt, neben hochwertigem Fleisch und frischem Fisch treten auch vegetarische und vegane Optionen emanzipierter auf.

„Wir wollen uns regionaler aufstellen und eine etwas leichtere Küche bieten“, sagt Bastian Arendes. Er halte es auch für wichtig, dass eine Karte „den Gast nicht überschüttet“. Der 34-Jährige hat nach seiner Koch-Ausbildung im Hotel Stadt Bremen in Beverungen über zehn Jahre im renommierten Wellnesshotel „Gräflicher Park“ in Bad Driburg gewirkt und sich dort bis zum Küchenchef hochgekocht. Zudem hat Arendes die Qualifikation eines Staatlich geprüften Betriebswirts für das Hotel- und Gaststättengewerbe. Eine besondere Stärke im Bankettgeschäft, das im Hotel Gude eine wichtige Rolle spielt, war dem Vernehmen nach nicht ganz unwesentlich bei der Personalie.

Mit wohlwollender Aufnahme durch das Gude-Publikum ein neues kulinarisches Profil für das Kasseler Traditionshaus zu entwickeln, wird nun die nächste Herausforderung für den neuen Küchenchef sein. Der Testabend habe ihm „gezeigt, dass mein Team voll dahinter steht“, sagte Arendes. Mit Blick auf seine Premiere vor den Gästen im Normalbetrieb habe er allerdings „die letzten Nächte nicht sehr gut geschlafen“.

Für eingefleischte Traditionalisten hält seine Karte einen vertrauensbildenden Gruß aus der Küche bereit: Den „Pfeffersack“, ein gerolltes, gefülltes Rumpsteak, kann man als Klassiker des Hauses weiterhin bestellen. (Axel Schwarz)

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