Sänger ist heute 80 Jahre alt geworden

Im Hotel Gude standen sie Schlange: Erinnerung an Udo Jürgens in Kassel

Gern gesehener Gast: Udo Jürgens (links) und Horst Gude kennen sich schon lange. Das Foto entstand vor 15 Jahren im Hotel Gude. Fotos: privat / nh

Kassel. Angeblich war Udo Jürgens noch niemals in New York. Singt er zumindest in einem seiner bekanntesten Lieder. In Kassel war er dafür so oft, dass er eine eigene Suite im Hotel Gude hatte. Zum 80. Geburtstag des Schlagerstars hat Seniorchef Horst Gude im Gästebuch geblättert.

Einige Bilder und Autogramme hat der 78-Jährige dort abgeheftet. Im Gedächtnis sind darüber hinaus viele andere Eindrücke hängen geblieben. Udo Jürgens mit Schlaghose vor dem weißen Mercedes, in dem er sich damals chauffieren ließ. 1976 war das. Damals trat der Schlagerstar noch in der Stadthalle vor 1000 Zuschauern auf. Nach dem Konzert ging die Party erst richtig los, erinnert sich Horst Gude. Das Hotel sei regelrecht belagert gewesen. Die Mädchen hätten stundenlang auf ihren Star gewartet. „Siebzehn Jahr, blondes Haar“, hat Udo gesungen. So ähnlich war es dann im Hotel.

Die Korken knallten

„Haben uns sauwohl gefühlt“: Gruß nach einem Aufenthalt im Hotel.

Da flogen die Sektkorken nicht nur an der Bar, sondern auch im Schwimmbad. „Damals war unser Pool noch 1,80 Meter tief, da musste man aufpassen, dass nichts passiert“, erinnert sich Horst Gude. Er war Bademeister, Koch und Gesprächspartner in einer Person. Über einen Zeitraum von zehn Jahren kam Udo Jürgens regelmäßig nach Kassel.

„Wir hatten ein freundschaftliches Verhältnis“, sagt Horst Gude. Bei ihm sind viele bekannte Gäste abgestiegen. Heino war da, Peter Alexander, Udo Lindenberg, Ulla Meinecke und Karel Gott. Eine bunte Mischung, doch Udo Jürgens war schon besonders.

„Das Klavier gebe ich nicht her.“

Auf dem Parkplatz vom Hotel: Udo Jürgens 1976.

Der habe gefeiert und sei am Morgen danach im Fitnessraum gewesen. Einen Strammen Max zum Frühstück brauchte er, aß gern Steak vom Angus-Rind und Fisch. Das Klavier, auf dem Udo Jürgens in der Hotellobby zu vorgerückter Stunde noch gespielt hat, wollten schon viele weibliche Fans kaufen. „Das gebe ich aber nicht her“, sagt Horst Gude. Irgendwann seien die Konzertbühnen in Kassel zu klein für den Star geworden. Trotzdem kam er immer mal wieder vorbei, um einfach mal ein paar ruhige Tage zu verbringen. Zu Kassel hat er auch deshalb eine Beziehung, weil Theaterintendant Thomas Bockelmann ein Cousin von ihm ist.

Telefonischer Glückwunsch

Der Kontakt zu Horst Gude ist in den vergangenen Jahren eingeschlafen. Die Telefonnummer von Udo Jürgens, der in Zürich wohnt, hat er aber noch. Zum runden Geburtstag gab es einen herzlichen Glückwunsch auf dem Anrufbeantworter. Wenn er mal wieder in der Nähe sei, dürfe er gern vorbeikommen. „Ich habe für Udo immer ein Zimmer frei“, sagt Horst Gude.

Von Thomas Siemon

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