Sozialamt sieht keine Alternative zu Großunterkunft in Nordstadt

Flüchtlinge: Stadt hält an Containerdorf  an der Bunsenstraße fest

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Hier sollen bald 150 Flüchtlinge leben: Auf dem Gelände im Gewerbegebiet an der Bunsenstraße 200 will die Stadt eine Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber in Container-Bauweise errichten.

Kassel. Die Stadt Kassel hält trotz der Bedenken in der Nordstadt an der geplanten Flüchtlingsunterkunft an der Bunsenstraße fest. Ab Juli sollen dort in Containerbauten bis zu 150 Asylbewerber  einziehen.

Diese Form der Unterbringung sei nicht menschenwürdig, lautete die Kritik im Ortsbeirat am Mittwoch. Die Lokalpolitiker forderten, dass für die Menschen normale Wohnungen gesucht werden.

Zu dem Standort in der Nordstadt gebe es derzeit keine Alternative, sagte Ute Pähns vom städtischen Sozialamt. Man rechne im nächsten Jahr mit bis zu 270 Flüchtlingen, die der Stadt zugewiesen werden. Angesichts des angespannten Markts ließen sich keinesfalls Wohnungen für alle finden. Die Großunterkunft sei auch nicht durch mehrere kleine Einheiten an verschiedenen Standorten zu ersetzen. Das sei nicht zuletzt eine Kostenfrage, sagte Sozialamtsmitarbeiter Mario Neumann. Denn an jedem Standort seien ein Sozialarbeiter und ein Hausmeister nötig.

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Die hochverschuldete Stadt muss für die Betreuung der vom Bund zugewiesenen politischen Flüchtlinge finanziell drauflegen. Nach Abzug der Lebensunterhaltskosten für die Flüchtlinge (329 Euro) beträgt die pauschale Erstattung für Unterkunft, Beratung und eventuelle Arztkosten pro Person 119 Euro im Monat. Das decke die tatsächlichen Kosten nicht, sagte ein Stadtsprecher.

Erstmals nannte die Stadt in der öffentlichen Sitzung andere Standorte, die im Vorfeld geprüft und verworfen worden: die ehemaligen Unterkünfte der Bereitschaftspolizei in Niederzwehren und das frühere Polizeirevier Waldau. Auch die Elwe (Unterneustadt) sei unter den Angeboten gewesen und sofort ausgeschlossen worden. „Wir werden traumatisierte Flüchtlinge nicht hinter Gittern unterbringen“, sagte Neumann. In den Containerbauten an der Bunsenstraße werden nach Angaben der Betreiberfirma 14 Quadratmeter für zwei Personen zur Verfügung stehen.

Von Katja Rudolph

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