Zusammenschlüsse in Niederzwehren und Nordstadt

Fusionen in evangelischer Kirche in Kassel: Fünf Kirchtürme, zwei Gemeinden

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Die Zionskirche schließt sich mit der Philippus-Gemeinde zusammen.

Die Evangelischen Kirchengemeinden in Kassel rücken weiter zusammen: Nach einigen Jahren Pause setzt sich der Fusionsprozess im Stadtkirchenkreis im neuen Jahr fort.

Zum 1. Januar schließen sich die Lukaskirche und die Matthäuskirche zur neuen Gemeinde Kassel-Niederzwehren zusammen. Im Kasseler Norden stößt zur Philippus-Kirchengemeinde die Zionskirche neu dazu.

Damit hat sich die Zahl der ehemals 31 eigenständigen evangelischen Gemeinden im Stadtgebiet auf 20 reduziert. 2008 hatte der Fusionsprozess mit den ersten Zusammenschlüssen begonnen.

Philippus-Gemeinde entstand aus Fusion

Unter den Pionieren war damals auch die heutige Philippus-Gemeinde. Zu ihr schlossen sich seinerzeit die Auferstehungskirche in der Nordstadt und die Kirche Rothenditmold zusammen. Für sie ist es durch das Zusammengehen mit der Zionskirche nun schon die zweite Fusion. Die neue Gemeinde wird mit 5770 Mitgliedern die größte in Kassel sein.

Wie es der Zufall will, schließt sich für Pfarrerin Birgit Jähnert, die vor zwei Jahren von der Zionskirche an die Philippusgemeinde wechselte, mit der Fusion auch persönlich ein Kreis.

Fusion ist sinnvoll

Die Zusammenarbeit der beiden Kirchen in Rothenditmold und der Nordstadt habe sich bewährt, sagt Jähnert. Dass nun auch die Zionskirche dem Bund beitritt, sei vor allem insofern sinnvoll, dass man durch ähnliche Bevölkerungsstrukturen ein „gemeinsames Feld“ bestelle.

Der Zusammenschluss zu einer Großgemeinde habe den Vorteil, dass Verwaltungsarbeit nur einmal statt zwei- oder dreimal anfalle. „Die gewonnene Zeit kann man in Menschen stecken statt in Schreibtischarbeit.“ 

Für die Gemeindeglieder werde sich durch den Zusammenschluss kaum etwas ändern. An allen Kirchenstandorten finden weiterhin Gottesdienste statt, auch alle Ansprechpartner bleiben.

Fusion in Niederzwehren

Das gilt auch für die beiden Gemeinden, die in Niederzwehren zusammengehen. Für die Lukas- und die Matthäuskirche klappt der Zusammenschluss im zweiten Anlauf. 2012 hatten sich die beiden Gemeinden noch dagegen ausgesprochen. 

Inzwischen sei man angesichts sinkender Mitgliederzahlen und damit einhergehenden schrumpfenden Finanzzuweisungen zu dem Schluss gekommen, dass es besser sei, jetzt selbst zu agieren, wie Pfarrer Dietrich Hering im Vorfeld sagte.

Sonst könne man irgendwann nur noch reagieren. Die Kooperation der beiden Kirchen, die zusammen 4650 Mitglieder haben, sei in den vergangenen Jahren erfolgreich ausgebaut worden.

Als inhaltliche Schwerpunkte kristallisierten sich an der Lukaskirche die Seniorenarbeit und an der Matthäuskirche die Arbeit mit Kindern und Familien heraus.

Weitere Fusionen nicht geplant

Weitere Fusionen sind laut Stadtdekan Dr. Michael Glöckner aktuell nicht geplant. Es gebe aber Gemeinden, die durch ihre räumliche und inhaltliche Nähe Zusammenschlüsse erwägen. Ob solche Pläne konkret werden, hätten die neuen Kirchenvorstände zu entscheiden, die kürzlich ihre Arbeit aufgenommen haben.

Klar sei, dass „wir insgesamt kleiner werden“, so Glöckner. Derzeit hat der Kirchenkreis 70 000 Mitglieder. Auf Dauer gehe kein Weg daran vorbei, Kräfte zu bündeln, um neue Handlungsspielräume zu gewinnen.

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