Nach 19 Jahren Mitgliedschaft ist nun Schluss

Gerhard Rinder aus CDU ausgetreten: Differenzen mit der Vorsitzenden

Gerhard Rinder

Niederzwehren. Für viele Bürger symbolisierst er die CDU in Niederzwehren. Nach 19 Jahren Mitgliedschaft hat Gerhard Rinder (76) sein Parteibuch hingeworfen.

Rinder bestätigt gegenüber der HNA, dass er am 1. April aus der CDU ausgetreten ist.

Grund dafür seien Differenzen mit der Kreisvorsitzenden Eva Kühne-Hörmann gewesen, sagt Rinder. Es habe immer wieder Schwierigkeiten in der Kommunikation mit der Parteiführung in Kassel gegeben, sagt Rinder, der seit 2001 Mitglied im Ortsbeirat ist. Die Zusammenarbeit mit der Fraktion im Rathaus habe hingegen „hervorragend“ geklappt.

Kühne-Hörmann habe oft an der Fraktion vorbeigearbeitet, sagt Rinder. Als Beispiel nennt er den Streit um die Eröffnung der documenta in Athen. Da habe sich die Fraktion weit aus dem Fenster gelehnt, indem sie das kritisiert habe. Kühne-Hörmann habe die Fraktion bei diesem Thema am „langen Arm verhungern lassen“. Er habe das Gefühl, dass die Parteivorsitzende die „niederen Ebenen“ in der CDU ignoriere.

Jörg Hildebrandt, Vorsitzender des CDU Stadtbezirksverbandes Niederzwehren und stellvertretender Kreisvorsitzender, bedauert Rinders Parteiaustritt. „Ich habe ihn immer als Gedächtnis der CDU Niederzwehren geschätzt“, sagt Hildebrandt. „Wenn er aber frustriert ist, dann ist sein Schritt nur konsequent.“

Rinder sei ein Individualist mit eigenen Ideen, die er immer maximal umgesetzt sehen wolle. „Er hat die Prioritäten immer nur in Niederzwehren gesehen, aber manchmal sind übergeordnete Interessen wichtiger“, sagt Hildebrandt. So sei es zum Beispiel bei der Bebauung des Langen Feldes gewesen. Rinder war dagegen, die CDU dafür.

Rinder habe viele Briefe an Kühne-Hörmann geschrieben, die seiner Ansicht nach wohl nicht ausreichend beantwortet worden sind, sagt Hildebrandt, der darauf hinweist, dass die Vorsitzende als Justizministerin auch viele andere Aufgaben zu erledigen hat. Rinder sei ein Vollzeit-Stadtteilpolitiker, der hohe Ansprüche an sein Umfeld stelle. Dabei vergesse er, dass andere Kommunalpolitiker arbeiten müssten. Rinder selbst habe auch erst mit der Stadtteilpolitik begonnen, nachdem er in Rente gegangen sei.

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