Polizei hat Ermittlungen aufgenommen

Hundehasser am Werk? Unbekannter deponiert Giftköder in Kasseler Vorgarten

Entsetzt über Menschen, die Giftköder auslegen: Onur Er mit Shih-Tzu-Malteser-Mix Kuchulu und Boxer-Mischling Nikita im Vorgarten in Wehlheiden. Foto:  Andreas Fischer

Kassel. In einem Garten im Kasseler Stadtteil Niederzwehren haben zwei Hundebesitzer Giftköder entdeckt. Es ist nicht der erste Vorfall in der Gegend.

Jacklin Teshnehkam und ihr Freund Onur Er haben am Montagnachmittag einen großen Schrecken bekommen. Gegen 15.30 Uhr entdeckten sie in ihrem Vorgarten an der Plüschowstraße (Wehlheiden) Fleischstücke, die vor einem Busch am Eingangsweg lagen. Onur Er wollte das Fleisch schon wegwerfen, da schaute es seine Freundin sich noch mal genauer an. In den sieben weißen Fleischstücken waren rote Körner drin. Die Frau recherchierte im Internet und kam zu der Überzeugung, dass jemand in ihrem Garten Rattengiftköder ausgelegt hatte. Das Paar rief die Polizei, die anschließend auch eine Probe der Fleischstücke mitnahm. Nach Angaben von Polizeisprecher Matthias Mänz wird jetzt wegen des Verdachts eines versuchten Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz ermittelt.

Den Tieren ist nämlich nichts passiert. „Zum Glück hielten sich unsere beiden Hunde hinten im Garten auf“, sagt Jacklin Teshnehkam. Das Paar hat einen Boxer-Mischling – Nikita ist acht Monate alt. Shih-Tzu-Malteser-Mix Kuchulu ist drei Jahre alt. Zudem wohnt im Haus ein weiterer Mann mit Hund. Sie sei noch nie mit ihren beiden Tieren bei irgendjemanden angeeckt, sagt Jacklin Teshnehkam. Nach dem Fund der Fleischstücke sei sie zunächst in der Nachbarschaft rumgelaufen und habe dort nachgeguckt. „Ich weiß ja nicht, ob die Giftköder gezielt gegen uns ausgelegt wurden.“

Lag im Vorgarten: Mit roten Körnern präpariertes Fleisch.

Onur Er ist sich sicher, dass das präparierte Fleisch erst am Montag in den Vorgarten geworfen wurde. Als er am Sonntagabend gegen 22 Uhr von der Arbeit nach Hause gekommen war, habe dort noch nichts Verdächtiges gelegen. Am Montag seien sie auch durch die vielen Wespen, die es auf das Fleisch abgesehen hatten, auf die Köder aufmerksam geworden. Der junge Mann ist entsetzt, dass es Menschen gibt, die anderen und ihren Tieren derart schaden wollen.

Der Vorfall ist nicht der erste in der Gegend: Im April hatte ein 33-jähriger Hundehalter in Wehlheiden Giftköder entdeckt. Als er mit seinen zwei Hunden im Bereich Leibnizstraße/Heinrich-Heine-Straße unterwegs, nahm eines seiner Tiere ein Stück Ahle Wurst, das in der Nähe des Weges lag, ins Maul. Der Mann reagierte sofort und nahm dem Hund das Fleischstück weg. Bei genauerer Betrachtung fielen ihm blaue Körner ins Auge, die sich im Wurststück befanden. Er fuhr mit seinen Hunden zum Tierarzt. Die Ärztin vermutete, dass die Wurst mit Rattengift präpariert worden war. Den Hunden war aber nichts passiert.

Hinweise an die Polizei unter Tel. 05 61/9100.

Von Ulrike Pflüger-Scherb

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.