Großer Andrang beim Tag der offenen Tür der Polizei in Niederzwehren

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Ausprobieren erlaubt: Der sechsjährige Achim durfte auf dem Motorrad Polizist spielen. Sein Bruder Georg (von links), Mutter Carola Krull und Julia Kaiser-Thom schauten zu. 

Kassel. Auf dem Gelände der Bereitschaftspolizei in Niederzwehren fand ein Tag der offenen Tür statt. Der Andrang war enorm.

Schon vor dem offiziellen Start des Programms waren mehrere hundert Besucher auf dem Gelände der Bereitschaftspolizei in Niederzwehren. „Das Interesse ist riesig, darüber freuen wir uns“, sagte Beate Theis, die Chefin der IV. Bereitschaftspolizeiabteilung. Schnell herrschte auf dem großen Gelände an der Frankfurter Straße Volksfeststimmung bei Bratwurst und Musik unter anderem vom Orchester und dem Chor der Polizei.

Doch dann hörte man auf einmal laute Stimmen. Ein VW-Bus mit dröhnender Musik aus dem Lautsprecher, fahnenschwenkende Menschen, die Parolen riefen und irgendwann auch Feuerwerkskörper zündeten. Das wirkt so echt, dass manche der Zuschauer fast vergaßen, dass es sich um eine Vorführung handelte.

Nah an der Realität: Einsatzübung bei einer Demo.

„Ohne Knüppel seid ihr nichts“, brüllen die in die Demonstrantenrolle geschlüpften Bereitschaftspolizisten ihren Kollegen und Rollenspielkontrahenten auf der anderen Seite zu. Provokationen, auf die sich die in voller Montur schwitzenden Polizisten natürlich nicht einließen. „Das muss man üben, immer wieder darüber reden und in Besprechungen vertiefen“, sagt die Chefin.

Die Demonstrationsfreiheit sei ein hohes Gut, auch wenn man bei gewaltbereiten Demonstranten einschreiten müsse. Das ging bei der Vorführung so schnell, dass man es kaum mitbekam. Personalien überprüfen, deeskalieren und dann ging die Demo weiter – und der Tag der offenen Tür auch.

Standorte sind gesichert

Mehrere Tausend Menschen werden sich bis zum Nachmittag auf dem Gelände, das sich übrigens direkt neben einer Flüchtlingsunterkunft befindet, umgesehen haben. Man wolle zeigen, dass der Beruf attraktiv und abwechslungsreich sei, sagt Beate Theis. Vor Ort war neben Justizministerin Eva Kühne-Hörmann und Regierungspräsiden Dr. Walter Lübcke auch der Präsident der Hessischen Bereitschaftspolizei, Harald Schneider. Er brachte die gute Nachricht mit, dass es derzeit keine Debatten über Standorte gebe. Gerade Kassel mit seiner zentralen Lage sei wichtig für Einsätze im gesamten Bundesgebiet. Zum Beispiel bei Demonstrationen, bei Volksfesten, bei Fußballspielen und auch zum Schutz von Flüchtlingsunterkünften. Die Kontakte mit der Unterkunft gleich nebenan seien übrigens sehr gut, da gebe es keine Probleme, sagt Beate Theis.

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