Nächste Woche ziehen die ersten Bewohner ein – Samstag Tag der offenen Tür

Neues Flüchtlingsheim in ehemaliger Haeseler-Kaserne fast fertig

Nur der neue Anstrich fehlt noch: Die ehemalige Graf-Haeseler-Kaserne ist komplett renoviert und umgebaut worden. Anfang Juni ziehen die ersten Asylbewerber in der neuen Gemeinschaftsunterkunft ein. Fotos: Malmus

Kassel. Um die ehemalige Graf-Haeseler-Kaserne herum ist noch eine große Baustelle. Im Innern ist aber alles fertig für die neuen Bewohner.

Nächste Woche Mittwoch sollen in dem ehemaligen Bundeswehr-Gebäude in Niederzwehren die ersten Flüchtlinge einziehen.

Der Kasseler Unternehmer Erdal Eren und seine Frau Yasemin haben die Immobilie in den vergangenen Monaten aufwändig saniert und als Wohnheim hergerichtet. Für die Stadt Kassel werden sie dort künftig Asylbewerber beherbergen. Insgesamt 195 Plätze stehen in Drei- bis Fünf-Bett-Zimmern zur Verfügung.

Eigentlich sollte die Gemeinschaftsunterkunft schon Anfang Mai fertig sein. Wegen der aufwändigen Genehmigungsverfahren unter anderem für den Brandschutz habe sich die Eröffnung verzögert, sagt Eren. Dafür kann sich das Ergebnis des Umbau sehen lassen: Anstelle der früheren großen Soldatenschlafsäle sind kleine Wohneinheiten für drei bis fünf Personen entstanden. Ausgestattet sind sie mit Hochbetten, Tisch und Stühlen und - passend zum Standort - ausgedienten Holzschränken der US-Army. Jedes Zimmer hat ein eigenen kleines Bad mit Dusche. Außerdem gibt es auf jeder Etage zwei Gemeinschaftsküchen und einen größeren Aufenthaltsraum. Ein neuer Bodenbelag in dunkler Holzoptik und frisch getünchte Wände sorgen für eine gepflegte Atmosphäre. Nur die Gardinen müssen noch aufgehängt werden.

Mehr zur Haeseler-Kaserne finden Sie in unserem Regiowiki.

Hausleiter Mario Rosner wird sich um die Belegung der Zimmer kümmern und den Flüchtlingen beim Einleben in ihrem Zuhause auf Zeit behilflich sein. Um die Flüchtlingsberatung kümmert sich wie in den anderen Kasseler Wohnheimen die Caritas.

„Wir geben unser Bestes, damit das Wohnen für die Menschen hier angenehm ist“, sagt Erdal Eren, der mit seiner Frau die Kasseler Immobilienfirma IVE Consults betreibt. Für die recht komfortable Herrichtung hat sich das Unternehmerpaar aber auch mit Blick auf die Zukunft entschieden: Sollten die Flüchtlingszahlen in einigen Jahren wieder sinken, könnte das Wohnheim ohne großen Aufwand in ein Apartmenthaus verwandelt werden.

Auch von Außen wird das dreigeschossige Gebäude noch aufgehübscht: Es bekommt in den nächsten Wochen noch einen neuen Anstrich. Hinter dem Haus soll noch ein kleiner Spielplatz für die Kinder eingerichtet werden.

Für kommenden Samstag laden die Betreiber zu einem Tag der offenen Tür ein. „Ich möchte, dass sich alle Interessierten ein eigenes Bild von der Unterkunft machen können“, sagt Eren. Auch Vertreter des Sozialamts der Stadt Kasel und der Caritas stehen als Ansprechpartner zur Verfügung.

Tag der offenen Tür am kommenden Samstag, 30. Mai, ab 11 Uhr, Mendelssohn-Bartholdy-Straße 8 (Haltestelle „Unternehmenspark Niederzwehren“).

Hintergrund: Vierte Großunterkunft in Kassel

Mit dem neuen Wohnheim in der Haeseler-Kaserne stehen der Stadt Kassel jetzt über 1000 Plätze für Flüchtlinge zur Verfügung. Eine Übersicht der Gemeinschaftsunterkünfte:

• Graf-Haeseler-Kaserne, Niederzwehren (195 Plätze)

• Jägerkaserne am Auestadion (135 Plätze)

• Heinrich-Steul-Schule im Forstfeld (135 Plätze)

• Park Schönfeld (150 Plätze, demnächst Erweiterung auf 400 Plätze)

• Hinzu kommen acht kleinere Unterkünfte mit insgesamt 155 Plätzen.

Pro Tag und Person erhalten die Betreiber je nach Ausstattung 10 bis 16 Euro von der Stadt. Dieses Jahr hat Kassel bereits 390 Flüchtlinge aufgenommen. Nach den Zuweisungszahlen für das zweite Quartal werden bis Ende Juni noch 100 weitere Asylbewerber erwartet.

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