Familiendrama in Niederzwehren: Tochter entdeckte die drei Leichen

Kassel. Familiendrama im Kasseler Stadtteil Niederzwehren: In einem Einfamilienhaus wurden dort Freitagnachmittag die leblosen Körper eines 85-jährigen Mannes, seiner 84-jährigen Ehefrau sowie der 55 Jahre alten Tochter gefunden.

Aktualisiert um 19.48 Uhr

Mehrere Stunden zuvor soll der 85-Jährige seine Frau und die Tochter mit einem Revolver im Wohnzimmer des Hauses erschossen haben. Vermutlich habe der Mann die kleinkalibrige Waffe anschließend gegen sich selbst gerichtet, sagte Polizeisprecher Wolfgang Jungnitsch. Nach neuesten Informationen erhärtet sich nach Angaben der zuständigen Ermittler des Kommissariats K 11 der Verdacht eines sogenannten erweiterten Suizids.

Über das Motiv gebe es keine gesicherten Erkenntnisse. Eine weitere Tochter habe die Leichname entdeckt. Die 58-Jährige habe gegen 15.30 Uhr den Notruf der Feuerwehr alarmiert. Sie wurde im Laufe des Freitags im Polizeipräsidium vernommen.

Fotos: Familiendrama in Niederzwehren

Familiendrama: Drei Tote in Kassel

Das Familiendrama habe sich aber bereits mehrere Stunden vorher in dem Haus am Glöcknerpfad abgespielt. Laut Auskunft eines Notarztes habe sich die Tat vermutlich zur Mittagszeit ereignet. Der genaue Zeitpunkt stand aber nicht fest. Beamte der Kriminalpolizei sicherten Spuren am Tatort.

Da der Tathergang weitgehend klar war, verzichtete die Polizei darauf, einen Gerichtsmediziner hinzu zu ziehen. Alle drei Personen hätten Schussverletzungen erlitten, sagte Polizei-Pressesprecher Wolfgang Jungnitsch. Vermutlich seien sie daran auch gleich gestorben. Aus Ermittlerkreisen hieß es, dass alle drei durch Kopfschüsse getötet worden seien.

Als die Polizei eintraf, habe sich die mutmaßliche Tatwaffe in der Hand des 85-Jährigen befunden. Deshalb sei davon auszugehen, dass er die tödlichen Schüsse abgab. Der Mann habe wie Frau und Tochter auf der Couchgarnitur gesessen. Auf dem Wohnzimmertisch soll weitere Munition gelegen haben.

Nachbarn zeigten sich schockiert von der Ereignissen. Der 85-Jährige sei nicht polizeibekannt gewesen, sagte Jungnitsch. Woher er die Waffe hatte, war zunächst unklar.

Neben zahlreichen Polizeibeamten waren auch Rettungskräfte und der Krisen-Interventionsdienst des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) im Einsatz. Sie betreuten die 58-jährige Tochter, die ihre Eltern und die Schwester gefunden hatte. Auch zwei Enkeltöchter trafen im Laufe des Nachmittags an dem Einfamilienhaus in direkter Nachbarschaft zum Stadtteil Süsterfeld-Helleböhn ein. Die schockierten Frauen wurden ebenfalls medizinisch betreut.

Hinweise auf ein mögliches Motiv entdecken die Ermittler bis zum frühen Freitagabend nicht. Ein Abschiedsbrief sei nicht gefunden worden. Nachbarn berichteten, dass das Ehepaar krank gewesen sei. Die Tochter habe unter einer Behinderung gelitten. (clm/tho)

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