Es wird vor allem Fernwärme erzeugt

Bis 2030 soll das Kraftwerk in Kassel ohne Kohle laufen

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Bis 2030 soll hier keine Kohle mehr verfeuert werden: Das Kraftwerk Kassel an der Dennhäuser Straße sind eigentlich zwei Kraftwerke, die beide Fernwärme und Strom erzeugen.

Die Kohlekommission hat den Ausstieg aus der Verstromung von Braunkohle bis 2038 vorgeschlagen. Nun hat die Bundesregierung angedeutet, dass sie diesem Kompromiss folgen will.

Die sukzessive Abschaltung der Kohlekraftwerke hat für das Kraftwerk Kassel aber nur bedingt Auswirkungen. Das Kraftwerk Kassel an der Dennhäuser Straße wurde 1955 als reines Braunkohlekraftwerk errichtet. Ende der 1980er-Jahre folgte der Umbau. Seitdem befinden sich auf dem Areal zwei Kraftwerke: Ein Fernwärmekraftwerk und ein Kombi-Heizkraftwerk, die beide Fernwärme und Strom erzeugen. 

Weil beide mit Kraft-Wärme-Kopplung arbeiten – die deutlich effizienter ist als die reine Stromgewinnung – sind sie von den vorgeschlagenen Stilllegungen ausgenommen. Die 56 Kraftwerksmitarbeiter müssen um ihre Jobs also nicht fürchten.

CO2-neutrale Fernwärme soll erzeugt werden

Die Turbinen des Kombi-Heizwerkes werden ohnehin mit Gas betrieben. Im Fernwärmekraftwerk wird aktuell noch Kohle verfeuert. Als Ersatz wird aber bereits seit 2016 auch Klärschlamm verbrannt. „Bis 2030 möchten wir keine Kohle mehr zur Erzeugung von Wärme und Strom nutzen. Unser Ziel ist, langfristig CO2-neutrale Fernwärme zu erzeugen“, sagt Ingo Pijanka, Sprecher der Städtischen Werke.

Als Ersatz sollen, wie heute schon, Altholz und Klärschlamm verbrannt werden – allerdings im größeren Stil. Weil dafür zunächst Umbauten am Kraftwerk nötig sind und eine Trocknungslinie für Klärschlamm aufgebaut werden muss, sei ein früherer Verzicht auf die Kohle nicht möglich, so Pijanka. In jedem Fall würden die hohen Vorgaben der Klärschlammverordnung eingehalten.

Kraftwerk Kassel: Rund 1,7 Millionen Tonnen CO2 werden emittiert

Das Fernwärmekraftwerk, das wegen des höheren Bedarfs nur in den Wintermonaten läuft, stößt jedes Jahr 110.000 Tonnen CO2 aus. Beim Kombi-Heizwerk sind es etwa 80.000 Tonnen CO2. Zum Vergleich: In der gesamten Stadt Kassel werden laut dem Klimaschutzkonzept der Stadt Kassel jährlich 1,7 Millionen Tonnen Kohlendioxid emittiert. Wobei die größten Verursacher die Unternehmen sowie die privaten Haushalte und deren Heizanlagen sind. Der Anteil des Verkehrs liegt bei etwa 20 Prozent.

Die Städtischen Werke heben die hohe Effizienz ihrer Kraftwerke hervor. Der sogenannte Brennstoffausnutzungsgrad liegt bei beiden Kraftwerken bei über 82 Prozent. Braunkohlekraftwerke haben einen Ausnutzungsgrad von 30 bis 40 Prozent.

Dieses Video ist ein Inhalt der Videoplattform Glomex und wurde nicht von der HNA erstellt.

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