Kasseler Firma besteht seit 25 Jahren

Hier wird die Königsstraße recycelt: Baureka macht aus Schutt neues Baumaterial

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In 25 Jahren acht Millionen Tonnen Bauschutt behandelt: Geschäftsführer Dirk Röth (links) und Vertriebsleiter Jens Andrecht auf dem Betriebsgelände von Baureka an der Dennhäuser Straße.

Die Firma Baureka arbeitet jährlich 400.000 Tonnen Schutt auf, die dann bei Bauprojekten wiederverwendet werden. Auch das ausgebaggerte Material vom Neubau der Königsstraße wird so behandelt.

Während sich die Kasseler über ihre neu gestaltete Einkaufsmeile freuen, geht all der Straßenaufbruch von den Arbeiten auf der Oberen Königsstraße einer Wiederverwendung entgegen: Die Kasseler Firma Baureka kümmert sich seit 25 Jahren darum, dass aus Asphaltbrocken und ausgebaggertem Schutt wieder einwandfreies Baumaterial wird.

Einige tausend Tonnen von dem Königsstraßen-Projekt sind auf dem Betriebshof des Recyclingunternehmens an der Dennhäuser Straße angeliefert worden. Zusammen mit weiterem Material, das Baufirmen bringen, werden die Brocken per Bagger in eine Brechermühle geschaufelt.

Baureka aus Kassel: Baustoffe werden wiederverwertet

Die gewaltige Anlage leistet laut Firmenchef Dirk Röth wesentlich mehr, als das Gestein einfach zu zermahlen. Ein Magnet zieht Eisenteile heraus, ein Gebläsestrom trennt leichtere Fremdkörper wie Holz oder Plastik von der mineralischen Substanz. Einige Handarbeit ist auch dabei, bevor schließlich das Mahlgut auf einer Siebanlage bis zur gewünschten Körnung gerüttelt wird.

Aufbruch wird aufbereitet: Von den Bauarbeiten auf der Königsstraße wanderten einige tausend Tonnen ausgebaggertes Material zum Recycling.

Nicht nur Straßenaufbruch, auch Beton oder Ziegelmauerwerk werden sortenrein so behandelt. Was herauskommt, sind laut Röth „Recycling-Baustoffe, die mit Naturmaterialien gleichzusetzen sind“. Sie werden wiederverwertet im Straßen- und Tiefbau oder von Landschaftsarchitekten.

Oder sie werden in großem Stil verwendet, um Tagebaugruben aufzufüllen oder Lärmschutzwälle zu errichten. So etwa an der A44 in Höhe Nordshausen. Seit 2008 wächst dort der gigantische Wall mit Recycling-Material von Baureka. Ende 2020 soll er fertig werden, bis dahin werden sich die Lieferungen auf 1,5 Millionen Tonnen Baustoff summiert haben.

Asche aus Hausmüllverbrennung wird nutzbar gemacht

Als Baureka 1994 anfing, war der Gedanke der ressourcenschonenden Aufarbeitung von Baumaterial relativ neu. Nach Bedarf wurden solche Stoffe in Steinbrüchen abgebaut, was viele Narben in der Natur hinterließ. Und was bei Bauarbeiten an Aushub oder Abbruch anfiel, wurde wiederum auf Deponien gekippt.

Diese doppelte Umweltbelastung will sich heute kein öffentlicher Bau-Auftraggeber mehr leisten; weder moralisch noch finanziell. Ein lukratives Geschäft für die Firma Baureka, deren Expertise beim Recycling vom TÜV zertifiziert ist. Bei Baureka wird auch Bodenaushub aufbereitet und die Asche nutzbar gemacht, die bei der Hausmüllverbrennung im Kasseler Müllheizkraftwerk entsteht.

Und nicht zuletzt fungiert der Betrieb an der Dennhäuser Straße auch als Schaltstelle für die Entsorgung von Baustellen-Schutt, der nicht mehr weiterverwendet werden kann oder darf. Das betrifft nach Angaben von Geschäftsführer Röth etwa Aufbruch, der Teerpech enthält. Dieses früher im Straßenbau verwendete Material gilt heute als schädlich. Baureka vermittelt dann den Weg zu speziellen Entsorgungsstellen.

Firma aus Kassel macht fünf Millionen Euro Umsatz

Die Firma war damals vor dem Hintergrund großer Straßenbauprojekte in Kassel gegründet worden. Heute hat Baureka acht eigene Mitarbeiter, arbeitet viel mit Dienstleistern zusammen und macht pro Jahr rund fünf Millionen Euro Umsatz. An dem Kasseler Unternehmen beteiligt sind der Branchen-Marktführer Remex Mineralstoff GmbH in Düsseldorf sowie der Straßenbaukonzern Eurovia Deutschland in Berlin.

In den 25 Jahren des Firmenbestehens habe Baureka insgesamt acht Millionen Tonnen Aushub und Schutt behandelt, sagt Dirk Röth. Davon seien 2,5 Mio. Tonnen als recyceltes Baumaterial wieder zum Einsatlmez auf Baustellen in der Region gekommen. Der Rest wurde als Füllmaterial in Tagebauen und Lärmschutzwällen der Landschaft zurückgegeben.

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