Nachruf

Kasseler Hotelier und Gastronom Horst Gude ist im Alter von 85 Jahren gestorben

Der Kasseler Hotelier und Gastronom Horst Gude in seinem Restaurant Pfeffermühle anlässlich seines 70. Geburtstags (2005)
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So kannten ihn seine Gäste: Horst Gude in seinem Restaurant Pfeffermühle, das noch heute eine der ersten Adressen für gehobene Kulinarik in Kassel ist. Das Foto entstand zu Gudes 70. Geburtstag.

Er war ein Grandseigneur der Kasseler Gastronomie und ein Fixpunkt des städtischen Gesellschaftslebens: Horst Gude hat das Hotel Gude und das Restaurant Pfeffermühle in Niederzwehren aufgebaut.

Kassel – Am vergangenen Mittwoch ist Horst Gude, langjähriger Inhaber des Hotels Gude und Gastgeber im Restaurant Pfeffermühle, im Alter von 85 Jahren gestorben. „Er ist zu Hause friedlich eingeschlafen“, sagt sein Sohn Ralf Gude. Weil Horst Gude in seinen letzten Lebensjahren von einer Demenzerkrankung beeinträchtigt war und die gesundheitlichen Kräfte auch sonst nachließen, hatte er sich seit längerer Zeit nicht mehr unter die Gäste des Hauses gemischt, wie es zuvor im Ruhestand seine Gewohnheit war. 2003 hatte er die Führung des Hotels Gude an seinen Sohn Ralf abgegeben.

Immer perfekt gekleidet, braun gebrannt und mit vollem Haar, so machte Horst Gude die Honneurs, auch mit Stolz auf das Lebenswerk, das er aufgebaut hat. Die Gastronomie war dem Niederzwehrener in die Wiege gelegt. Die Eltern betrieben den Gasthof Gude an der Frankfurter Straße, seine Kindheit verbrachte der junge Horst größtenteils in der Küche und absolvierte naheliegend nach der Schule eine Ausbildung zum Koch.

1954, nach der Lehre im Kasseler Ratskeller, zog es Gude zunächst in die weite Welt. Er kochte auf einem Kreuzfahrtschiff der Reederei Onassis sowie in diversen Restaurants in Deutschland und Europa. Zu seinen Lehrmeistern gehörten dabei auch Sterneköche. 1968 kehrte er in seine Heimatstadt zurück, um seine Eltern zu unterstützen und dann den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen. 1973 ließ er schräg gegenüber an der Frankfurter Straße den Hotelneubau errichten, der seither mehrmals umfassend modernisiert wurde und heute 85 Zimmer umfasst.

Horst Gudes Anspruch, das Restaurant Pfeffermühle im Haus zu einem Ort der gehobenen Kulinarik in Kassel zu machen, löste sich nachhaltig ein: Mit seiner klassisch-edlen Küche wurde der Patron in die noble Köche-Bruderschaft Chaîne des Rôtisseurs aufgenommen. Die von Horst Gude erfundene Tradition eines hochklassigen Fischmenüs an Aschermittwoch gehört noch heute zu den begehrten Gesellschaftsereignissen in Kassel. Zu einer documenta-Eröffnung hatte Gude mit seinem Restaurant-Cateringteam einmal 3500 Gäste bewirtet.

Aus Gästen, auch aus Prominenten unter ihnen, sind für Horst Gude häufig Freunde geworden. Solch eine langjährige Freundschaft verband ihn etwa mit dem Schlagerstar und Entertainer Udo Jürgens, seit dieser 1976 erstmals in Kassel gastierte. Die rauschende Party nach dem Konzert fand mit vielen Groupies natürlich bei Gude statt. Auch Udo Lindenberg, Heino, Peter Alexander, Karel Gott und viele mehr logierten bei Horst Gude, wenn sie in Kassel waren.

Aus den wilden 1970ern: Mit Schlagerstar Udo Jürgens war Gude seit Jürgens’ erstem Konzert in Kassel eng befreundet.

Beim Skifahren, Segeln und in späteren Jahren auch als begeisterter Golfer fand Horst Gude Entspannung von der Dauerpräsenz für seine Gäste. Für seine Verdienste um die Stadt Kassel wurde Gude 2011 mit der Goldenen Ehrennadel der Stadt ausgezeichnet. Am heutigen Freitag wird er – coronabedingt in sehr kleinem Kreis – auf dem Friedhof in Niederzwehren beigesetzt. Horst Gude hinterlässt seine Frau Hella, Tochter Stefanie, Sohn Ralf mit Ehefrau Katja sowie drei Enkelkinder. (Axel Schwarz)

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