12 Läden haben noch offen

Kaum Kunden im Dez durch Corona

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Fast leerer Parkplatz am Samstag: Der 2013 eröffnete Neubauflügel des Einkaufszentrums (im Bild) ist derzeit für Kunden nicht zugänglich.

Das Einkaufszentrum Dez hat auch in Corona-Zeiten noch geöffnet. Doch das Bild, das sich dort bietet, hat mit dem üblichen Geschäftsbetrieb nicht viel zu tun.

  • In Kassel sind die Auswirkungen von Corona überall zu spüren
  • Im Einkaufszentrum Dez haben nur 12 der 100 Läden geöffnet
  • Kauf Kunden kommen zum Einkaufen

Auf dem riesigen Parkplatz vor dem Einkaufszentrum Dez in Kassel sind am Samstag, 28. März, gerade mal zwei Dutzend Autos verstreut. Nur etwa zwölf der 100 Läden im Dez dürfen momentan wegen Corona noch geöffnet haben.

Corona in Kassel: Ladenstraße im Dez ist verwaist

An einem normalen Samstag kommen über 15.000 Kunden aus dem weiten regionalen Umkreis nach Kassel. Die wenigen Besucher, die heute durch die weitgehend verwaiste Ladenstraße spazieren, könnte Dez-Managerin Margaret Stange-Gläsener fast alle mit Handschlag begrüßen – aber auch das ist ja momentan nicht angeraten.

Eine Passantin erkennt, dass Stange-Gläsener offenbar zum Haus gehört: „Entschuldigung, ist denn der Media Markt geöffnet?“ Ist er natürlich nicht.

Jeden Tag müssen die Dez-Verwaltungsmitarbeiter 30 bis 40 Anrufern erklären, dass Magnet-Händler wie Adler, H&M, Media Markt und TK Maxx derzeit geschlossen sind, wie alle Betriebe dieser Branchen. 

Corona in Kassel: Kunden erkunden sich, ob Läden im Dez geöffnet sind

Für die Nachfragen hat Stange-Gläsener eine Erklärung: „Die Menschen sind unsicher, wie lange die Schließungsphase noch anhält. Die Verfügung endet am 19. April, zum jetzigen Zeitpunkt weiß ich selbst nicht, wann wir wieder voll in Betrieb gehen können.“

Ungewohntes Bild: Dez-Managerin Margaret Stange-Gläsener in der weitgehend verwaisten Ladenstraße.

Wer den Betrieb im Dez trotz Corona aufrecht erhält, sind die Apotheke, der Drogeriemarkt Rossmann, die Bäcker Kamps und Thiele, der Metzger Rumpf, das Reformhaus Quentin, der Tabak- und Zeitschriftenhändler Wolsdorff, der O2-Handyshop, der Teeladen Gschwendner, der Schuh- und Schlüsseldienst sowie die Textilreinigung. Und natürlich die große Rewe-Supermarktfiliale.

Die rückwärtigen Parkplätze des Dez, von denen man einen kurzen Weg ins Rewe hat, sind etwas besser frequentiert.

Corona in Kassel: Einkaufswagen sind voller als sonst

Doch freilich kämen im Moment auch dort wegen Corona weniger Kunden als üblich, sagt Filialleiter Ozan Partlak. Dafür lade sich jeder einzelne Käufer den Einkaufswagen voller als sonst, fügt er hinzu. Insgesamt laufe bei Rewe alles noch im üblichen Rahmen. Die Schichtstärke von 15 bis 20 Mitarbeitern am Samstag liege nur geringfügig unter dem Normalniveau.

Als Beobachter hat man den Eindruck, dass die meisten Dez-Besucher gezielt zu Rewe streben. In den paar anderen offenen Läden ist wenig bis gar nichts los. Und etwa ein Drittel der gesamten Einkaufszentrumsfläche ist derzeit sogar mit einer Brandschutzwand abgesperrt – so auch jener der beiden vorderen Eingangsbereiche, der mit der Erweiterung 2013 hinzugekommen war.

Corona in Kassel: Händler im Dez sorgen sich um Mietzahlungen

Ob geöffnet oder in Zwangspause im Dez in Kassel: „Für die Händler entsteht jetzt natürlich ein unglaublicher Schaden“, sagt Margaret Stange-Gläsener. Einige hätten sich schon zum Thema Mietzahlungen an den Einkaufszentrumsbetreiber ECE gewendet. Details dazu wisse sie aber nicht, da hierfür eine zentrale Stelle bei ECE in Hamburg zuständig sei.

Das Management vor Ort erledigt mehr die alltagspraktischen Dinge, die in Corona-Zeiten angezeigt sind. So wurde laut Stange-Gläsener der Sicherheitsdienst personell und zeitlich verstärkt, weil es auf dem großen Gelände derzeit deutlich ruhiger zugeht.

Corona in Kassel: Weniger Sitzgelegenheiten im Dez

In der Ladenstraße wurden wegen Corona Sitzmöglichkeiten abgebaut und Desinfektionsspender aufgestellt. Außerdem böten viele Geschäfte im Dez jetzt einen Lieferservice über einen regionalen Dienstleister an.

Die Einkaufs-Verlagerung nach Hause ist aber eigentlich nicht das, was die Menschen mit einem Besuch im Dez verbinden. „In unserer Gesellschaft ist Shoppen ja ein Stück Lebensgestaltung“, weiß die Managerin des Einkaufszentrums in Kassel.

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