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Energiesparen in Nordhessen: Welche Möbelhäuser künftig montags zu bleiben

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Von: Axel Schwarz

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Geschäftsführerin Lena Schaumann von Möbel Schaumann mit Einrichtungshäusern in Kassel Niederzwehren und Korbach
Geht neue Wege beim Energiesparen: Möbelhaus-Chefin Lena Schaumann © Andreas Fischer

Nur noch fünf statt sechs Öffnungstage pro Woche - so will das nordhessische Unternehmen Möbel Schaumann einen fünfstelligen Betrag an Energiekosten sparen.

Kassel – In Kassels Einkaufslandschaft wird zunehmend sichtbar, wie Handelsunternehmen angesichts explodierender Energiekosten zu Sparmaßnahmen greifen. Während im Stadtzentrum abends Leuchtwerbetafeln und etliche Schaufenster dunkel bleiben, geht der regionale Möbelhändler Schaumann einen besonderen Einsparweg: Ab dem 1. Oktober sollen die Möbelhäuser der Firma in Kassel-Niederzwehren und Korbach montags bis auf Weiteres gar nicht mehr öffnen.

Damit, schätzt Inhaberin Lena Schaumann, könne der Energiebedarf der weitläufigen Gebäude um 10 bis 15 Prozent gesenkt und pro Standort „ein mittlerer fünfstelliger Betrag pro Monat“ eingespart werden. Das gelte auf Basis der aktuellen Energiekosten, die absehbarerweise allerdings „in Summe deutlich steigen“ dürften.

Energiekrise in Kassel: Verlängertes Wochenende für Mitarbeiter von Möbel Schaumann

Die Entscheidung zur Montagsschließung sei in Teambesprechungen mit der gesamten Mitarbeiterschaft getroffen worden, auf deren Einkünfte sich die Sache nicht auswirke. Bei bisher sechs Öffnungs- und fünf Arbeitstagen pro Woche ändere sich lediglich, dass sich individuelle freie Tage nicht mehr wie bisher über die Woche verteilen.

Für die meisten bedeute die künftige Regelung ein verlängertes Wochenende, sagte Lena Schaumann. Kunden wiederum würden wie bisher auch an Montagen per Video, telefonisch oder via Hausbesuch von Einrichtungsberatern der Möbelhäuser bedient. Mit dem Verzicht auf einen Öffnungstag sieht sich das Unternehmen in der Region als „Vorreiter in Sachen Energiesparmaßnahmen“.

Kassel: Einzelhandel spart Energie mit ausgeschalteter Beleuchtung

In den Kasseler Häusern bundesweit tätiger Handelskonzerne ist zu beobachten, dass Einsparbemühungen im eigenen finanziellen Interesse der Firmen teils über das hinausgehen, was die seit 1. September geltende Energieeinsparverordnung vorschreibt. So bleiben im Kaufhaus Galeria neben der Fassadenbeleuchtung nachts derzeit auch die Schaufenster dunkel, wie Passanten feststellen.

Auch im City Point wurden laut Centermanager Sven Martens diverse Maßnahmen ergriffen – darunter eine Reduzierung der Beleuchtung auf allen Ebenen des allgemeinen Galeriebereichs um zwei Drittel. Das bringt laut Martens „erhebliche Einsparungen, weil wir erst nächstes Frühjahr alles auf LED-Technik umstellen werden“. Zudem würden die Rolltreppen zwischen der 2. und 3. Etage morgens etwas später gestartet, und die Belüftungsanlage arbeite „so weit wie möglich“ mit reduzierter Kühlleistung.

Hintergrund: Bundesweite Spar-Vorgaben betreffen auch den Einzelhandel

Seit 1. September gilt die Energieeinsparverordnung mit dem Ziel, unabhängiger von russischem Gas zu werden. Einige der Regeln sind besonders für den Einzelhandel maßgeblich. So müssen Leuchtreklamen von 22 Uhr bis 16 Uhr des Folgetages ausgeschaltet bleiben. Fassaden nur aus ästhetischen Gründen anzustrahlen, ist nicht gestattet, Schaufenster dürfen aber beleuchtet bleiben. Nicht zulässig ist es, Ladentüren von beheizten Geschäftsräumen dauerhaft offenstehen zu lassen. (Axel Schwarz)

Die Stadt Kassel hat erste Einschnitte wegen der Energiekrise umgesetzt.

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