Bekannt für Reinigung der Bettfedern

Seit 100 Jahren gibt es Textilhaus Meister in Niederzwehren - Daunendecken sind gefragt

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Mit dem Käfer auf die Dörfer: In den 1950er-Jahren fuhr Geschäftsgründer Kurt Meister aufs Land, um dort Kunden mit Kleidung und Stoffen zu versorgen.

Ein Kasseler Unternehmen mit Tradition: Das Textilhaus Meister aus Niederzwehren besteht seit 100 Jahren - heute sind sie vor allem für die Reinigung von Daunendecken bekannt.

Als Horst und Irmgard Meister sich 1957 dazu entschieden, ihr Textilhaus um eine Bettwaren-Fachabteilung und eine Bettenfederreinigung zu erweitern, da wussten sie vermutlich nicht, dass dies mal der wichtigste Umsatzfaktor für den Laden an der Frankfurter Straße werden würde.

"Die Reinigung der Bettwaren ist heutzutage unser Alleinstellungsmerkmal, sagt Anke Meister-Uhrig, die das mittlerweile 100 Jahre alte Familienunternehmen 1997 von ihren Eltern übernommen hat.

Werkstatt mit Spezialtrommel für Federn und Daunen 

Haben sich auf Daunendecken spezialisiert: Dieter Uhrig und Anke Meister-Uhrig verkaufen neben der Bettware aber auch noch Kleidung für Damen und Herren.

"Mittlerweile machen wir mit der Reinigung und Anfertigung der Decken über die Hälfte unseres Umsatzes." Hinter dem Geschäft befindet sich eine Werkstatt, wo sich eine Spezialtrommel befindet, in der die Federn und Daunen gereinigt werden.

Als der Kasseler Kaufmann und Hutmachermeister Kurt Meister das Geschäft 1919 an der Frankfurter Straße eröffnete, gab es zunächst nur Kopfbedeckungen. Das Sortiment sei aber schnell erweitert worden, sagt seine Enkelin Meister-Uhrig. Zunächst kam Herrenbekleidung hinzu. Die Arbeiter der Credéschen Werke in Niederzwehren gehörten zu den Kunden.

Zweimal zog das Unternehmen in größere Geschäftsräume um

Weil das Angebot rasch wuchs, zogen die Meisters mit ihrem Textilgeschäft 1928 und 1935 jeweils in größere Räumlichkeiten an der Frankfurter Straße um. Alle befanden sich in Nähe des Geschäftshauses, das Kurt Meister mit seinem Sohn Horst 1953 baute, nachdem dieser aus der Kriegsgefangenschaft zurückgekehrt war.

Mit dem VW Käfer die Textilien ins Umland gebracht

Damals fuhr der Opa mit seinem VW Käfer auch noch über die Dörfer, um die Landbevölkerung als Kunden zu gewinnen. Er ging mit seiner Ware (Bekleidung, Kittel, Stoffe) in Säle von Gastwirtschaften und verkaufte dort, erzählt die 59-jährige Textilbetriebswirtin Anke Meister-Uhrig, die von ihrem Mann Dieter Uhrig im Geschäft unterstützt wird. 

Er ist ebenfalls Textilbetriebswirt und unterrichtet auch noch an der Julius-von-Reuter-Schule in Kassel. „Seit ich laufen kann, halte ich mich im Geschäft auf“, sagt Anke Meister-Uhrig. Sie machte eine Lehre in der Modetruhe in Kassel, anschließend studierte sie in der Stadt Nagold, die in der Modebranche sehr bekannt ist. 1997 übernahm sie das Geschäft an der Frankfurter Straße 245.

Nach der dritten Generation wird wohl Schluss sein

Modebewusst: (von links) Kurt und sein Sohn Horst Meister bei einer Messe.

Nach der dritten Generation werde aber wohl Schluss ein, sagt die Geschäftsfrau. Ihre Tochter hat sich für eine andere Branche entschieden. Sie arbeitet als Landschafts- und Gartenarchitektin in Hamburg.

Während in den 1950er-Jahren der Großvater fünf festangestellte Verkäuferinnen hatte, werden die Meisters mittlerweile nur noch von Aushilfen bei Bedarf unterstützt. Neben Stammkunden aus Niederzwehren, die sich mit Kleidung bei den Meisters eindecken, gebe es mittlerweile auch viele Menschen aus der ganzen Region, die wegen der hochwertigen Bettdecken kämen.

Auch aus ökologischen Gründen werfen Kunden seltener alte Decken weg, sondern ließen sie reinigen beziehungsweise neu befüllen. Die Meisters schwören dabei auf Gänsedaunen. Die seien viel hochwertiger als Entendaunen, die man in Billigdecken findet.

Und was ist mit Hüten, mit denen alles begann? Mit Hüten und Mützen haben die Geschäftsleute nichts mehr am Hut.

Anlässlich des 100. Geburtstages des Textilhauses Meister gibt es vom 28. Oktober bis 9. November einen Jubiläumsverkauf. Es gibt 20 Prozent Rabatt auf das gesamte Sortiment, auf Bettwaren sogar zwischen 30 bis 50 Prozent.

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