Heimatverein Niederzwehren hält im Stadtteil Erinnerung lebendig

Serie zur Eröffnung der Grimm-Welt: Dorothea Viehmann -Märchenfrau der Grimms

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An der Dorothea-Viehmann-Skulptur auf dem Märchenplatz: „Viehmännin“-Darstellerin und stellvertretende Vorsitzende Erika Knauf mit dem Vorsitzenden Klaus Rasquin und Geschäftsführer Wilfried König (links) des Heimatvereins Niederzwehren.

Niederzwehren. Was wären die Brüder Grimm ohne Dorothea Viehmann? Zumindest wäre ihre Sammlung um eine ganze Reihe von Märchen ärmer.

Denn die Marktfrau hat Wilhelm und Jacob Grimm mehr als 40 Märchen und Variationen zu mindestens 36 Märchen (weiter-) erzählt und gilt damit als eine ihrer wichtigsten Quellen.

Dorothea Viehmann wohnte von 1787 bis zu ihrem Tod 1815 in Niederzwehren und bot auf dem Markt in Kassel ihre Waren an. Dort traf sie 1813 die Brüder Grimm. „Einer jener guten Zufälle war es, dass wir aus dem bei Kassel gelegenen Dorfe Niederzwehren eine Bäuerin kennenlernten“, schrieben die Grimms. „Frau Viehmännin habe die alten Sagen fest im Gedächtnis“ bewahrt. Besonders beeindruckt zeigten sich die Brüder davon, dass die Marktfrau die Märchen stets in unveränderter Wortwahl zu erzählen wusste.

Immer mehr Besucher

Die Erinnerung an die „Zwehrener Märchenfrau“ hält der rund 600 Mitglieder starke Heimatverein Niederzwehren lebendig. Vorsitzender Klaus Rasquin und seine Mitstreiter bieten Informationen, Führungen – auch mit „Viehmännin“ – und tun auch sonst alles, um das Märchenhafte im Stadtteil den immer zahlreicher werdenden Besuchern zu präsentieren.

Im Mittelpunkt steht der zum Stadtjubiläum im Jahr 2013 eröffnete Märchenplatz. Durch den Viehmann-Park führt der neue Dorothea-Viehmann-Wanderweg, der am 6. September eröffnet wird und von der Rengershäuser Knallhütte (Hütt-Brauhaus) über das Niederzwehrener Märchenviertel bis zur neuen Grimmwelt am Kasseler Weinberg führt.

Vom 26. September bis 4. Oktober wird zu den Niederzwehrener Märchentagen eingeladen. Gern würde der Heimatverein die ehemalige Mühle als Unterkunft bei Veranstaltungen und Führungen zu den beiden von Viehmann bewohnten Fachwerkhäusern nutzen. Ein weiterer Wunsch ist der Bau einer Brücke über den Grummelbach. Vielleicht gebe es dafür nun eine Chance durch die geplante Renaturierung, hofft Klaus Rasquin. Für „Viehmännin“-Darstellerin Erika Knauf sind die von den Märchen begeisterten Erwachsenen und Kinder der größte Lohn für ihr ehrenamtliches Engagement. „Mir macht das einfach Spaß“, sagt die vierte Marktfrau seit Bestehen des Vereins.

Hintergrund

Bis zur Eröffnung der Grimmwelt (4. September) veröffentlichen wir regelmäßig Beiträge zum Leben und Werk der Brüder Grimm.

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