Im Dreieck wohnen, arbeiten und erholen

Altes Wehrmachtsareal: Magazinhof soll ein urbanes Quartier werden

Im Zweiten Weltkrieg wurde der Magazinhof in Kassel von der Wehrmacht als Lager für Getreide genutzt. Nun soll dort ein Quartier zum Wohnen, Arbeiten und Erholen entstehen.

Was lange währt, wird endlich gut. Dieses Sprichwort trifft wohl auf die seit Jahren geplante Sanierung und Neubebauung des Magazinhofs exakt zu: Der Investor, die Beethovengruppe aus Würzburg, kann sich Hoffnungen machen, noch dieses Jahr grünes Licht für den Baustart auf dem denkmalgeschützten 80 Jahre alten ehemaligen Wehrmachtsareal aus den 1930er-Jahren zu erhalten.

Nach dem Bebauungsplanentwurf, den Jochen Scharf vom Stadtplanungsamt und Clemens Exner von der „Projektstadt“, einem für Stadtplanung zuständigen Ableger der Unternehmensgruppe Wohnstadt-Nassauische Heimstätte, nun im Ortsbeirat vorstellten, soll in dem gut sieben Fußballfelder großen Dreieck zwischen Leuschnerstraße, Glöcknerpfad und Bahnlinie ein neues gemischtes Quartier zum Wohnen, Arbeiten und Erholen entstehen.

Fotos: So sieht der Magazinhof aus

Nach dem Entwurf könnten laut Exner in allein in den geplanten vier neu zu errichtenden Gebäuden 100 Wohneinheiten entstehen. Die Häuser würden in drei- bis sechsgeschossiger Bauweise errichtet. Die Geräusche vorbeifahrender Züge wollen die Planer durch den Bau eines großen Parkhauses, der als Lärmriegel dienen soll, vermindern, ebenso durch passiven und aktiven Schallschutz an den Gebäuden.

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Wäldchen soll der Erholung dienen

Das vorhandene Wäldchen im Süden des Quartiers soll erhalten bleiben und als Erholungsoase dienen. Das Wohnviertel soll einen zentralen Platz erhalten, der Autoverkehr auf ein Minimum reduziert werden. Im Magazinhof werde das erste urbane Quartier dieser Größenordnung in Kassel entstehen, sagte Scharf. Vorteil dieser städtebaulichen Sonderform sei die große Flexibilität, die sie baurechtlich dem Miteinander von Gewerbe, Wohnungen und Büros einräume. Beispielsweise könnten so in einem der zu sanierenden Getreidespeicher sowohl Betriebe als auch ein Wohnbereich errichtet werden. Die Flexibilität möglicher Nutzungen kommt dem Investor offenbar entgegen: Die Vermarktung des Areals habe sich hingezogen, ließ der Planer Exner durchblicken.

Straßen und Fußwege im Eigentum der Gruppe

Im Mai werde der Bebauungsplan in der Stadtverordnetenversammlung vorgelegt. Dann könnte er öffentlich ausgelegt werden. Schließlich müsse auch noch mit dem Investor, der Beethoven-Gruppe, ein städtebaulicher Vertrag abgeschlossen werden – unter anderem deshalb, weil die beiden geplanten Erschließungsstraßen und sämtliche Fußwege im Eigentum der Gruppe bleiben sollen.

Im Ortsbeirat gab es Zustimmung und Lob für die Pläne. Sie seien eine „gelungene Symbiose“ aus Alt und Neu, sagte Valentino Lipardi (CDU). Allerdings hält das Gremium es für dringend nötig, dass die Stadt ein Verkehrskonzept für die Leuschnerstraße im Abschnitt zwischen Eugen-Richter-Straße und Magazinhof erstellt und auch die Busanbindung für das neue Quartier verbessert.

Karte: Hier liegt der Magazinhof

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