Parkhaus, Wohnungen und Büros

Magazinhof Niederzwehren wird saniert - Nutzung ab Herbst 2020

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Garage wurde abgerissen: Hinter dem Silospeicher Süd wird ein Parkhaus mit 400 Stellplätzen gebaut.

Über 20 Jahre stand der Magazinhof in Niederzwehren, ein ehemaliges Getreidelager der Wehrmacht, leer und zerfiel. Jetzt wird das erste Silo saniert.

Das Nazi-Wandbild am nördlichen Silospeicher, das laut Denkmalschutz erhalten bleiben sollte, ist wohl nicht mehr zu retten. 

Die Mitarbeiter des Landesbetriebs Bau und Immobilien Hessen (LBIH) werden im Herbst 2020 die ersten Mieter sein, die in eine Liegenschaft des Magazinhofs einziehen. Der LBIH hat den sogenannten Bodenspeicher, der derzeit grundlegend saniert wird, mit einer Bürofläche von 5000 Quadratmetern gemietet. Das berichtete Niko Rotschedl, Geschäftsführer der Beethovengruppe, am Mittwoch auf der Baustelle.

Magazinhof Kassel: Es bleibt wenig stehen

Die Investorengruppe aus Würzburg hat das Areal, das unter Denkmalschutz steht, im Jahr 2015 gekauft und in diesem Jahr mit der Sanierung begonnen. „Es ist wichtig, dass die Leute sehen, dass hier endlich etwas passiert“, sagt Rotschedl. „Bis auf die Außenwände und die Stützen bleibt hier nichts stehen.“ 

Die Firma Jütte ist derzeit mit dem Innenabriss in dem Bodenspeicher beschäftigt. Die Fensterbrüstungen, die nachträglich eingebaut worden seien, kommen alle raus. Damit gibt es in dem späteren Bürogebäude nicht nur mehr Licht, sondern der Originalzustand werde auch wieder hergestellt. Für den Rohbau ist die Kasseler Baufirma Rennert zuständig.

In dem Speicher wird es eine komplett neue Raumaufteilung mit Gipskartonwänden geben. Alle Leitungen werden neu verlegt. Außen soll ein Treppenhaus mit Aufzug entstehen.

Weitere Büroflächen geplant

Ab Januar 2020 soll es in den beiden Silospeichern Nord und Süd weitergehen, so Rotschedl. Auch hier sollen Büroflächen entstehen, ebenso in der alten Heeresbäckerei. Mit Mietinteressenten sei man im Gespräch.

Zudem hat die Firma Schnittger kürzlich eine alte Garage auf dem Areal abgerissen. Auf dieser Fläche soll ein neues Parkhaus mit rund 400 Stellplätzen entstehen.

Zudem plant die Beethovengruppe, ein Holzgebäude mit acht Geschossen auf dem zentralen Platz des Areals zu bauen. Im Erdgeschoss soll es Gastronomie geben. In den oberen Etagen sind Wohnungen und Büros vorgesehen.

Die Kasseler Sparkasse finanziere das Projekt, in das die Gruppe über 30 Millionen Euro investiere, so Rotschedl. Wenn alles fertig sei, wolle man den Komplex im vermieteten Zustand verkaufen.

Apropos verkaufen: Den südlichen Teil des Areals werde man an die Wilma Wohnen Süd GmbH veräußern, die hier vier Baukörper mit 90 bis 100 Eigentumswohnungen errichten wolle. Baubeginn soll im Sommer/Herbst kommenden Jahres sein. Die Pläne für dieses Bauvorhaben würden am 12. Dezember dem Gestaltungsbeirat der Stadt Kassel vorgestellt, so Rotschedl.

Nazi-Wandbild ist wohl nicht zu retten

Das Wandbild am nördlichen Silospeicher, über das es vor Jahren so viele Debatten gab, kann wohl doch nicht saniert und damit erhalten werden. Der Putz darunter sei nicht mehr tragfähig. Deshalb werde es noch Gespräche mit dem Denkmalschutz geben, so Niko Rotschedl, Geschäftsführer der Beethovengruppe. Der Denkmalschutz hatte bestimmt, dass das Bild unbedingt erhalten werden müsse. Es stellt einen Erntezyklus dar und zeigt einen Bauern, der eine Keule schwingt – wie zur Abwehr eines Feindes. 

Der Putz ist wohl nicht mehr tragfähig: Vermutlich ist das Wandbild nicht mehr zu retten.

Es ist ein Symbol für die Blut-und-Boden-Ideologie der Nationalsozialisten. Bei dem Bild, das im Kriegsjahr 1940 signiert wurde, handele es sich um eines der wenigen erhaltenen wandfüllenden Werke des Stuttgarter Akademieprofessors und späteren Kriegsmalers Rudolf Ehehalt (1901 bis 1945), so die Begründung der Denkmalschützer damals.

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