Käufer will mit Stadt Bebauungsplan entwickeln

Der Magazinhof ist verkauft - Stillschweigen über Preis

Baurecht soll in eineinhalb Jahren geschaffen werden: Der denkmalgeschützte Magazinhof in Niederzwehren hat einen neuen Eigentümer. Fotos:  Koch

Jahrelang hat die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) einen Käufer für den denkmalgeschützten Magazinhof in Niederzwehren gesucht. Das war kein leichtes Unterfangen,

Letztlich hat es aber dann doch noch geklappt. Vergangene Woche fand der Notartermin statt. Die Beethovengruppe aus Würzburg, ein Unternehmen, das auf Konversionsflächen und Wiederbelebung von großen Denkmalimmobilien spezialisiert ist, hat das ehemalige Getreidelager der Wehrmacht gekauft.

„Über den Kaufpreis haben wir Stillschweigen mit der Bima vereinbart“, sagt Niko Rotschedel, einer der beiden Geschäftsführer. Was konkret mit dem Magazinhof geschehen soll, darüber gebe es bislang noch keine Pläne. Laut Rotschedel will man aber in Abstimmung mit der Stadt Kassel einen Bebauungsplan entwickeln, um an dem Standort eine „attraktive Quartiersentwicklung auf den Weg zu bringen“. Ziel sei es, in den kommenden eineinhalb Jahren Baurecht zu schaffen.

„Wir können uns alles vorstellen“, sagt Rotschedel. Auch die Speicherstadt Münster sei durchaus ein Vorbild für die Entwicklung des Areals. „Die Kunst wird es sein, die Speichergebäude mit den Silos in eine vernünftige Nutzung zu bringen.“

Das Wandbild aus Kratzputz (Sgraffito) am Silo II des Magazinhofs könne in Absprache mit dem Denkmalschutz wahrscheinlich abgenommen und dann aufbewahrt werden, sagt Rotschedel. Die Kosten dafür werde die Beethovengruppe tragen. Das Wandbild, ein Symbol für die Blut-und-Boden-Ideologie der Nationalsozialisten, ist sehr umstritten. Es stellt einen Erntezyklus dar und zeigt einen Bauern, der eine Keule schwingt – wie zur Abwehr eines Feindes.

Gespräch suchen

In den nächsten Schritten werde man alle erforderlichen Gutachten einholen und das Gespräch mit der Stadt, dem Ortsbeirat, Nachbarn und potenziellen Interessenten suchen, sagt Rotschedel. „Die Entwicklung dort soll zügig voran schreiten, damit der aktuelle städtebauliche Missstand behoben wird und der Stadtteil Niederzwehren sich positiv weiter entwickeln kann.“ Die Beethoven-Development GmbH könne sich auch vorstellen, nach der Entwicklung Teile des Magazinhofs zu veräußern oder Partner mit aufzunehmen.

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