Tat aus Eifersucht eskalierte

Messerattacke in Willingen: Drei Jahre Haft für Täter

Kassel/Willingen. Weil er einen Syrer mit einem Messer angegriffen und verletzt hat, muss ein 26-jähriger Iraker für drei Jahre ins Gefängnis.

Die sechste Strafkammer des Landgerichts Kassel verurteilte den Mann am Donnerstag wegen gefährlicher Körperverletzung. Sie blieb mit dem Strafmaß deutlich unter der Forderung der Staatsanwaltschaft, die wegen versuchten Totschlags auf fünf Jahre Haft plädiert hatte.

Die Kammer hingegen sah laut Richter Volker Mütze keinen Tötungsvorsatz bei der blutigen Auseinandersetzung, deren Auslöser Eifersucht und verschmähte Liebe war.

Laut Mütze hat der junge Mann im Irak Abitur gemacht, ein Touristik-Studium abgeschlossen, war dann auf der Balkanroute nach Deutschland geflohen und im Oktober 2015 in Willingen angekommen. Dort lernte er ein damals 16-jähriges Mädchen aus Albanien kennen, verliebte sich in sie, träumte von Heirat und einer gemeinsamen Zukunft.

Als das Mädchen die Beziehung beendete und sich einem 21-jährigen Syrer - wie der Angeklagte ein Kurde - zuwandte, konnte der Angeklagte dies kaum akzeptieren.

Am 9. Juni gegen 16 Uhr eskalierte das Geschehen auf der Briloner Straße in Willingen. Der Angeklagte sah die inzwischen 17-Jährige mit dem Nebenbuhler vor einem Lokal stehen und ging mit dem zuvor gekauften Messer in der Hand auf ihn los.

Beide stürzten zu Boden, der Angeklagte lag unten und fügte dem anderen 15 oder 16 Stich- und Schnittverletzungen im Rücken, am Kopf, der Schulter und einem Arm zu. Durch eine Notoperation wurde der Syrer gerettet.

Der eher schmächtige Angeklagte nahm das Urteil ohne sichtliche Emotionen mit gesenktem Kopf und tief hängenden Schultern zur Kenntnis. Die Kammer ordnete wegen Fluchtgefahr eine Fortdauer der Untersuchungshaft an, in der sich der Iraker seit Juni befindet.

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