Eröffnung im Dezember

Neue Außenstelle für 400 Menschen: Flüchtlinge ziehen neben Polizei

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Für alte Pissoirs und Waschbecken: Die entsorgt Georg Hardegen von der Firma Tesch in Containern, die vor dem früheren Wohnheim für Polizeischüler stehen. Für die Flüchtlinge, die ab Dezember einziehen, sollen außerhalb des Gebäudes Duschcontainer aufgestellt werden. Innen werden nur die Toiletten saniert.

Niederzwehren. Georg Hardegen ist am Mittwochvormittag damit beschäftigt, 16 Waschbecken und 32 Urinale in einen Container zu schleppen. „Das ist Bauschutt“, sagt der Mitarbeiter der Firma Tesch.

Zusammen mit seinen Kollegen baut Hardegen die alte Sanitäranlagen in dem früheren Wohnheim für Polizeischüler auf dem Gelände der Bereitschaftspolizei in Niederzwehren aus.

Hier sollen ab Dezember 400 Flüchtlinge einziehen. Das Gebäude wird eine weitere Außenstelle der Hessischen Erstaufnahme-Einrichtung für Flüchtlinge. Der Hauptsitz befindet sich in Gießen. Dort sind die Einrichtungen für Flüchtlinge seit Monaten überfüllt.

Nach Angaben von Michael Conrad, Sprecher im Regierungspräsidium Kassel, sind verschiedene Firmen seit einigen Wochen mit dem Umbau beschäftigt. Die Höhe der Umbaukosten könne derzeit noch nicht beziffert werden. Die Sanitäranlagen müssen erneuert und die Bestimmungen zum Brandschutz umgesetzt werden. Die letzten Polizeischüler mussten das Wohnheim 2013 nämlich verlassen, weil die Auflagen zum Brandschutz nicht mehr erfüllt waren.

Deshalb seien die Holzkunststoffkonstruktionen unter den Decken des Wohnheims bereits rausgerissen worden, sagt Kriminaloberrätin Beate Theis, Abteilungsleiterin der Bereitschaftspolizei in Niederzwehren. Zudem müssten die Elektroleitungen für die Brandmelder noch unter die Wände verlegt werden. Darüber hinaus soll noch ein 2,50 Meter hoher Zaun gezogen werden, um die Unterkunft für die Flüchtlinge von dem Polizeigelände abzutrennen. Die Polizei werde auch ihre Munitionsbehälter, die derzeit noch in Nähe des Wohnheims stehen, bis Dezember versetzen, sagt Theis.

Zudem hoffe sie, dass man sich mit dem Hessischen Baumanagement darauf einigen könne, den Zaun an den Seminarräumen noch ein wenig zu versetzen. Derzeit sei geplant, dass dieser nur ein Meter entfernt von dem Gebäude verlaufe. Die Standort-Chefin (hier werden 600 Polizeischüler unterrichtet, zudem gibt es 180 Stammbeamte) befürchtet, dass dann kein Unterricht in den Räumen mehr möglich ist. Schließlich wollten sich die bis zu 400 Flüchtlinge bei schönem Wetter auch draußen auf dem Gelände aufhalten. Eine neue Zufahrt zu der fünfgeschossigen Unterkunft wird neben dem Wohnheim von der Frankfurter Straße aus angelegt.

Neben dem Wohnheim werden auch Duschcontainer für die Flüchtlinge aufgestellt, sagt RP-Sprecher Conrad. In dem Gebäude seien als sanitäre Einrichtungen nur Toiletten vorgesehen.

Dafür würden jetzt zum Teil auch neue Fallrohre gelegt, sagt ein Mitarbeiter der Haustechnik-Firma Tesch aus Uder (Eichsfeld). Neben konventionellen Toilettenschüsseln sei auch geplant, Hocktoilette einzubauen, wie sie in der gesamten islamischen Welt üblich sind.

Bevor die ersten Flüchtlinge einziehen, wolle man gemeinsam mit dem RP Gießen eine Infoveranstaltung für die Menschen in Niederzwehren anbieten, sagt Sozialdezernent Christian Geselle.

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