Neuer Ladepark 

Ab Mai: Kunden können E-Autos während des Einkaufs im Dez, laden lassen - hierfür wird umgebaut 

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Symbolischer Spatenstich für Nordhessens modernsten E-Ladepark auf dem Dez-Parkplatz: (von links) Dr. Heiko Rüppel (Enercon GmbH), VW-Sprecher Heiko Hillwig, Dieter Luckhardt und Margaret Stange-Gläsener (Dez-Centermanagement), Oberbürgermeister Christian Geselle und Niederzwehrens Ortsvorsteher Harald Böttger. 

Ab Mai kommenden Jahres können Kunden des Einkaufszentrums Dez in Niederzwehren innerhalb von 15 bis 30 Minuten ihr Elektroauto aufladen, zumindest zu 80 Prozent. 

Die geschieht in Kooperation mit den Städtischen Werken. Hier sollen zunächst sechs E-Autos gleichzeitig mit Ultraschnellladetechnik aufgeladen werden können. Es gebe insgesamt 600 Kilowatt-Leistung, die auf sechs Ladepunkte verteilt werde, sagte Dr. Heiko Rüppel, zuständig für die Energiewirtschaft bei der Enercon GmbH, anlässlich des ersten Spatenstiches am Dienstag auf dem Dez-Parkplatz.

Weil es sich um ein Leuchtturm-Projekt für Kassel handele, war auch Oberbürgermeister Christian Geselle zu dem Termin erschienen. Eine Region, die von der Mobilitätswirtschaft lebe, müsse sich auch den Herausforderungen der Energiewende stellen.

Prädestinierter Standort

Der Dez-Standort sei für solch eine Ladestation prädestiniert, sagte Geselle. Nicht nur wegen der vielen Kunden, sondern auch wegen der zentralen Lage zu den Autobahnen A 49, A 7 und A 44.

Geplant sei auch, dass Autofahrer eine Ladesäule über eine App auf ihrem Handy buchen können, so Rüppel. So könnten Wartezeiten an den Säulen vermieden werden. 

Eine Besonderheit sei auch das einfache Abrechnungssystem, das den Kunden ermögliche, mit der EC- oder Kreditkarte so wie allen digitalen Abrechnungssystemen direkt an der Ladesäule zu bezahlen. Bislang benötigt man an vielen E-Stationen nämlich noch eine spezielle Tankkarte.

Zudem plane man, auf dem rückwärtigen Dez-Parkplatz einen Carport zu bauen, auf dem eine Fotovoltaikanlage installiert wird, so Rüppel. Dort könnte dann der Strom erzeugt werden, der im Ladepark in die Autos kommt. „Das ist gut für den Klimaschutz.“ 

Für die nächsten Fünf Jahre geplant

Rüppel geht davon aus, dass die sechs Ladestationen innerhalb der nächsten fünf Jahre ausreichen werden. Man habe mit dem Dez-Centermanagement allerdings vereinbart, dass man den E-Ladepark bei Bedarf erweitern kann.

500 000 Euro investiere das Unternehmen mit Sitz in Aurich aktuell in den Ladepark. In den ersten Jahren werde man nichts daran verdienen. „Aber wir glauben an die Elektromobilität und an den Standort“, so Rüppel.

Das erste ECE-Center

Sie sei schon von vielen Kunden nach E-Ladestationen auf dem Parkplatz angesprochen worden, so Center-Managerin Margaret Stange-Gläsener. 

Das Dez sei das erste ECE-Center, das diesen Service demnächst anbietet. Die Ladestationen seien ja die große Herausforderung bei der E-Mobilität. 

Wenn Autofahrer ihr E-Mobil an eine 220-Volt-Steckdose im Keller zu Hause anschließen, dauerte das Laden einen ganzen Tag. Am Dez soll das schneller gehen. Während eines kurzen Einkaufs oder den Besuch in der Eisdiele.

Hintergrund:

Installiert wird im E-Ladepark Dez-Kassel die Ultraschnellladetechnologie „E-Charger 600“ von Enercon. Sie basiere auf der in Enercon Windenergieanlagen bewährten Wechselrichtertechnologie und ermögliche – ein modernes E-Fahrzeug mit einer entsprechenden schnellladefähigen Batterie vorausgesetzt – Ladeleistungen von 50 kW bis zu 350 kW im Spannungsbereich bis 920 Volt und Stromstärken von bis zu 500 Ampere. 

Darüber hinaus verfüge der „E-Charger 600“ über netzdienliche Eigenschaften, die zur Netzstützung und -entlastung vor Ort beitragen, heißt es in einer Pressemitteilung des Unternehmens.

Auch VW baut neue Ladesäulen bei seinem Werk in Kassel. 

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