Täter kommen aus Gudensberg

18-Jährige überfielen Kiosk: So erlebte das Opfer die Tat

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Der überfallene Kiosk in Niederzwehren: Die Betreiber schützen sich durch Gitter und starke Türschlösser vor Einbrechern. Tagsüber ist dieser Bereich gegenüber eine Bus- und Straßenbahnhaltestelle sehr belebt.

Kassel. Iris Lecke ist der Schrecken ins Gesicht geschrieben. Die 51-Jährige, wurde am Montagabend von zwei Tätern mit einer Pistole bedroht und ausgeraubt.  

„Solch ein Erlebnis wünsche ich niemandem.“ Erleichtert ist sie darüber, dass die Polizei die beiden mutmaßlichen Täter kurz nach dem Raubüberfall auf den Kiosk „Schreibstift“ in der Frankfurter Straße 292 in Niederzwehren schnell gefasst hat. Die beiden 18-Jährigen aus Gudensberg haben die Tat laut Polizei in vollem Umfang gestanden.

Es war gegen 17.40 Uhr, als eine männliche, mit Kapuze und Sonnenbrille vermummte Person den Kiosk betrat, in der sich zu dieser Zeit die 51-Jährige und eine Kundin aufhielten. Der Täter bedrohte Iris Lecke mit einer schwarzen Pistole und forderte Bargeld. „In dem Moment denkt man gar nicht. Da macht man nur, was der sagt“, schildert Iris Lecke das Geschehen. Der Täter nahm das Geld und packte es in eine weiße Plastiktüte. Zuvor griff er noch selbst in die Kasse, um auch noch das Münzgeld mitzunehmen.

„Die Polizei war innerhalb von zwei Minuten da“, sagt Ehemann Herbert Lecke, der ausnahmsweise nicht um diese Zeit im Laden stand. „Ich wünschte, ich hätte meiner Frau das ersparen können“, sagt der 69-Jährige.

Zu Fuß geflüchtet 

Dank der guten Täterbeschreibung auch von weiteren Zeugen erkannte eine Streife der Bereitschaftspolizei schon um 17.50 Uhr zwei verdächtige männliche Personen in Tatortnähe. Hals über Kopf flüchteten die beiden zu Fuß in Richtung einiger Schrebergärten, wo die Beamten sie nach kurzer Verfolgung fassten.

Bargeld verschwunden 

Die Tatbekleidung, die Maskierung und auch eine Softair-Spielzeug-Waffe wurden von der Polizei sichergestellt. Nach dem geraubten Bargeld (schätzungsweise einige Hundert Euro), das die Täter auf der Flucht vermutlich verloren, suchten Polizeibeamte an nächsten Morgen entlang der Frankfurter Straße und Korbacher Straße bis zum Ort der Festnahme vergeblich.

Die Polizei appelliert nun an die Ehrlichkeit eines möglichen Finders. Eine Strafanzeige wegen Fundunterschlagung zu riskieren, stünde in keinem Verhältnis zum Wert der Beute, betont Polizeisprecher Wolfgang Jungnitsch. Die beiden 18-Jährigen, die bisher nur unwesentlich wegen kleinere Delikte polizeilich in Erscheinung getreten seien, wurden nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft wieder auf freien Fuß gesetzt. Sie erwartet ein Strafverfahren wegen Raubes.

Iris und Herbert Lecke werden versuchen, das traumatische Erlebnis so gut wie möglich zu verarbeiten. „Das sitzt ganz schön in den Knochen“, sagt die 51-Jährige. Und ein Raubüberfall sei kein Vergleich zu den Einbrüchen, die sie schon erlebten. Allein drei Einbruchversuche und einen Einbruch gab es schon in den fünf Jahren, seitdem die Familie in Kiosk in Zwehren betreibt.

Herbert Lecke erlebte auch in den 30 Jahren als Wirt der Gaststätte „Hamenstädt“ in Niederzwehren viel Kummer. Dort sei zwölfmal eingebrochen worden, sagt er.

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