Tat geschah im Mai 2016

Prozessauftakt: Mann wegen Mordes an Rentnerin aus Kassel vor Gericht

+
Saß am Montag vor Gericht: Dem 42-jährigen Angeklagten wird vorgeworfen, eine Rentnerin in Kassel ermordet zu haben. Das Motiv soll Habgier gewesen sein. Hinter ihm ist der Verteidiger zu sehen.

Kassel. Wegen Mordes an einer Rentnerin aus dem Kasseler Stadtteil Niederzwehren steht jetzt ein 42-Jähriger vor dem Landgericht Kassel.

Aktualisiert um 15.11 Uhr - Der 42-jährige Mann aus Kassel muss sich seit Montag vor der sechsten Strafkammer des Kasseler Landgerichts wegen des Verdachts des Mordes und Diebstahls verantworten. Er soll am Pfingstmontag vor einem Jahr die 74-jährige Ursula B. in ihrem Haus in der Perlengasse in Niederzwehren mit einem Kissen erstickt haben. Aus Habgier, so die Staatsanwältin bei der Verlesung der Anklage. Der Mann habe um jeden Preis an das Geld von Ursula B. gelangen wollen.

Über 30 Zuschauer, größtenteils aus dem Umfeld des Opfers, befanden sich am Montagmorgen im Saal D 130 des Landgerichts, um den Auftakt des Mordprozesses zu verfolgen. Der Angeklagte, dessen Eltern bis Mai 2014 im Nachbarhaus von Ursula B. wohnten, soll sich vor einem Jahr in Geldnot befunden haben. Laut Anklage soll er am Abend des 16. Mai 2016 Ursula B. aufgesucht und sie gefragt haben, ob er für sie als Gartenhelfer arbeiten könne. Früher hatte sein Vater den Rasen der Rentnerin gemäht und kleinere Arbeiten am Haus erledigt. Der Angeklagte hatte die Tat nach seiner Festnahme eingeräumt.

Ursula B. habe dem Mann eine Absage erteilt, woraufhin er sie gebeten habe, ihm etwas Geld zu leihen. Als die Frau dies auch ablehnte und mit Nachdruck verlangte, dass er ihre Wohnung verlassen soll, habe er ihren Arm weggeschlagen, woraufhin die 74-Jährige stürzte. Anschließend habe er seine Hand auf ihren Mund gelegt. Ursula B. habe sich gewehrt und um Hilfe geschrien. Daraufhin hat der Mann laut Anklage ein Kissen aus dem Wohnzimmer geholt und die Frau im Flur erstickt. Anschließend habe der Täter die Wohnung durchsucht und eine EC-Karte und mindestens 100 Euro mitgenommen.

Dass sein Mandant der Frau Geld gestohlen habe, dafür gebe es keinerlei Hinweise, sagte Verteidiger Jan Hörmann in einer Verhandlungspause. Seiner Ansicht nach ist die Anklage wegen Mordverdachts nicht haltbar. Der Prozess wird Mittwoch fortgesetzt.

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.