Nassauische Heimstätte/ Wohnstadt saniert 108 Wohnungen

Quartier in Niederzwehren ist aufgehübscht

Sind zufrieden mit dem Ergebnis des Sanierungsprojekts: (von links) Matthias Otto (Leiter NHW-Servicecenter), Joachim Möller (Leiter Projektabwicklung) und Joachim Bluhm (Leiter NHW-Regionalcenter Kassel)
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Sind zufrieden mit dem Ergebnis des Sanierungsprojekts: (von links) Matthias Otto (Leiter NHW-Servicecenter), Joachim Möller (Leiter Projektabwicklung) und Joachim Bluhm (Leiter NHW-Regionalcenter Kassel)

Fünf Jahre Bauzeit und eine Investition von 8,6 Millionen Euro waren nötig, um das aus den 60er-Jahren stammende Wohnquartier an der Paul-Heidelbach-Straße zu sanieren.

Niederzwehren - Die Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte/ Wohnstadt (NHW) hat dort acht Gebäudeblöcke mit insgesamt 108 Wohnungen technisch und optisch auf Vordermann gebracht. Ein Gebäude steht an der benachbarten Silberbornstraße.

Im Januar 2016 waren die Mieter über das Großprojekt informiert worden. Im Vorfeld seien einige Bewohner besorgt gewesen wegen der bevorstehenden Bauarbeiten, sagt Jürgen Bluhm, Leiter des NHW-Regionalcenters in Kassel. Denn schließlich sollten die Mieter während des Umbaus – bei dem Fenster, Bäder, Heizungen, Böden, Balkone und Leitungen erneuert wurden – ihre Wohnungen nicht verlassen müssen. Dies sei für alle eine immense Kraftanstrengung gewesen. Das Ergebnis habe sich aber gelohnt.

Lediglich während der Corona-Zeit mussten Mieter zeitweise in andere Wohnungen der Unternehmensgruppe umquartiert werden, um die Ansteckungsgefahr für Mieter wie Handwerker zu minimieren. Sie konnten anschließend wieder zurück in ihre sanierten Wohnungen.

Als die ersten Wohnungen umgebaut waren und die ersten Fassaden neu erstrahlten, seien die anfänglichen Sorgen gewichen, sagt Matthias Otto, Leiter des NHW-Servicecenter Kassel. Denn nun hätten die Mieter gesehen – etwa anhand der neuen Bäder – wie sehr sich ihre Wohnqualität verbessere.

Der Austausch der alten Nachtspeicheröfen, Elektrodurchlauferhitzer und Fenster sowie die verbesserte Wärmedämmung sorgen zudem für eine Energie- und damit Kosteneinsparung bei den Mietparteien. Zwei neue Blockheizkraftwerke sorgen für eine Stromerzeugung vor Ort. Im Frühjahr soll noch eine Ladesäule für E-Autos installiert werden.

Um die mit Lärm und Dreck verbundene Umbauzeit so erträglich wie möglich zu gestalten, hatte die NHW im Quartier ein Mietercafé eingerichtet, in das sich die betroffenen Mieter stundenweise zurückziehen konnten.

Einziger Wermutstropfen: Die umgebauten Wohnungen sind nicht barrierefrei. Dies sei nicht möglich gewesen, ohne einen erheblichen finanziellen Mehraufwand zu verursachen, sagt Regionalcenterleiter Bluhm.

Mit der Sanierung wurden die Bestandsmieten von 4,50 Euro auf 6,50 Euro pro Quadratmeter angehoben. Durch die niedrigeren Nebenkosten hält Bluhm dies für eine vertretbare Mehrbelastung. Bei Neuvermietungen im Quartier sind 7,50 Euro fällig.

Nach Angaben der Unternehmensgruppe konnte durch den Umbau der CO2-Ausstoß im Quartier halbiert werden. Dies gehe aus den aktuellen Energieausweisen der Gebäude hervor. Bis spätestens 2050 will das Unternehmen, das in der Stadt Kassel 5000 seiner hessenweit 59 000 Wohnungen bewirtschaftet, einen klimaneutralen Gebäudebestand erreichen. Dies sieht eine Zielvereinbarung mit dem Land vor. (Bastian Ludwig)

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