Der größte Mieter des Dez geht

Real-Markt im Dez schließt im März 2016

Kassel. Mit dem Real-Markt wird sich nicht nur ein langjähriger, sondern auch der größte Mieter aus dem Einkaufszentrum Dez zurückziehen. Wenn dessen Türen – wie angekündigt – Ende März 2016 schließen, muss eine große Lücke gefüllt werden.

Der Lebensmittelmarkt hat 5600 der insgesamt 30.000 Quadratmeter Verkaufsfläche des Niederzwehrener Einkaufszentrums belegt. Klaus Grages, Regionaldirektor beim Dez-Betreiber ECE, sagte auf HNA-Anfrage, es werde in jedem Fall ein Ersatz für das Lebensmittelangebot gesucht.

Zunächst hofft Grages aber, mit Real noch einmal über eine Verlängerung des Mietvertrages ins Gespräch zu kommen. Aus Sicht der ECE-Gruppe sei die von Real angekündigte Schließung überraschend gekommen. Erst als am Mittwoch die 140 Mitarbeiter des Marktes von der Geschäftsführung über die Einstellung des Betriebs informiert wurden, habe auch ECE davon erfahren.

Real teilte auf HNA-Anfrage mit, das Unternehmen sei durchaus an einer Vertragsverlängerung für die Flächen im Dez interessiert gewesen. Man habe sich aber mit der ECE-Gruppe nicht über die Konditionen einigen können. Deren Forderungen seien nicht realistisch gewesen, sagte Real-Sprecher Markus Jablonski. Schließlich habe die ECE den Vertrag für die Flächen zum Ablauf des aktuellen Vertrags gekündigt.

Aktualisiert um 16.30 Uhr

Grages von der ECE bestätigt dies grundsätzlich. Die Kündigung sei aber lediglich eine Formalie gewesen – dies wisse Real auch. Nachdem die Verhandlungen eine Weile ergebnislos verlaufen seien, habe zur Einhaltung der Frist gekündigt werden müssen. Die ECE sei aber weiter davon ausgegangen, dass eine Einigung auf einen neuen Mietvertrag möglich sei.

Real, eine Tochter der Metro AG, hat nun jedoch erstmal die Weichen für eine Schließung gestellt. Mit den Mitarbeitervertretern sollen in Kürze Gespräche über einen Interessensausgleich und einen Sozialplan geführt werden, so der Real-Sprecher.

Verdi Nordhessen geht davon aus, dass den Mitarbeitern Abfindungen angeboten werden. „Das ist nicht der erste Real-Markt der bundesweit geschlossen wird“ , sagte Mechthild Middeke, die für Handel zuständige Gewerkschaftssekretärin. Die Gerüchte über die Schließung des Kasseler Marktes im Dez habe es schon länger gegeben.

Im Einzelhandel gebe es eine hohe Fluktuation beim Personal. Insofern würden sicher viele Beschäftigte anderweitig unterkommen, so Middeke. Insbesondere für ältere Kollegen werde es aber schwieriger werden.

Am Franzgraben im Wesertor ist Real mit einem weiteren Markt in Kassel vertreten. Dieser soll nach Unternehmensauskunft erhalten bleiben. Verdi will sich dafür einsetzen, dass einige Mitarbeiter dort weiterarbeiten können.

Rubriklistenbild: © Fischer

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