"Das war der liebste Mensch"

Rentner in Kassel getötet: Nachbarn beschreiben Hans-Günter Z. 

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Der Tatort: Hans-Günter Z. lebte seit über 35 Jahren in der Erdgeschosswohnung (links) der Karlsbader Straße 9. Oft habe er ihre beiden Hunde gestreichelt, erzählt Justine Grimmer, die in einem Nachbarhaus wohnt.

Kassel. Er war ein Mensch, der sehr zurückgezogen lebte. So beschreiben Nachbarn den 77-jährigen Hans-Günter Z., der Opfer eines Gewaltverbrechens geworden ist.

Aktualisiert: 9.41 Uhr - Er wurde tot in seiner Wohnung im Kasseler Stadtteil Niederzwehren gefunden. Nachbarinnen beschreiben den getöteten Hans-Günter Z. als Menschen, der sehr zurückgezogen gelebt hat. 

„Dass dies kein normaler Tod war, ist ja klar. Sonst wäre ja nicht so viel Polizei die ganze Woche hier gewesen. In Weiß und in Zivil. Das war schon verrückt“, sagt eine Anwohnerin der Karlsbader Straße in Niederzwehren.

Nachbarin über Hans-Günter Z.

Die 68-jährige Frau kannte den 77-jährigen Hans-Günter Z., der Opfer eines Verbrechens geworden ist. Er wohnte in einem Nachbarhaus der Frau. „Manchmal haben wir ein kurzes Schnuddelchen auf der Straße gehalten“, erzählt sie. „Er war froh, wenn er sich unterhalten konnte.“ Hans-Günter Z. lebte nämlich allein in seiner Wohnung im Erdgeschoss des Mehrfamilienhauses. Seine Partnerin sei im vergangenen Jahr gestorben, erzählt die Nachbarin. Ob die beiden verheiratet gewesen seien, wisse sie nicht. Die Frau habe wohl Kinder gehabt, Hans-Günter Z. aber nicht.

Sie könne nicht verstehen, warum irgendjemand den Rentner getötet hat. „Der hat niemandem etwas getan“, sagt die Frau. Nach seinem gewaltsamen Tod verspüre sie zwar keine Angst, habe aber ein „komisches Gefühl“.

Versiegelt: Am 17. Oktober war die Kripo wohl zum letzten Mal in der Wohnung von Hans-Günter Z.

Sie habe die Kripo gefragt, was denn passiert sei, erzählt eine 30-jährige Nachbarin. „Die haben mir zwar keine Antwort gegeben, aber gesagt, ich bräuchte keine Angst zu haben. Hier würde kein Killer rumlaufen.“ Die Frau berichtet zudem, dass die Ermittler unter den Autos und im Gebüsch rund um den Tatort nach Spuren gesucht hätten.

Auch Justine Grimmer, die in einem Nachbarhaus von Hans-Günter Z. lebt, kann nicht verstehen, warum der Rentner Opfer eines Verbrechens geworden ist. „Das war der liebste Mensch. Da hat es definitiv den Falschen getroffen“, erzählt die junge Frau. „Der hat immer meine Hunde gestreichelt.“ Hans-Günter Z. selbst habe eine Katze gehabt, die nach seinem Tod wohl ins Tierheim gegeben worden sei. Justine Grimmer berichtet, dass der 77-Jährige sehr zurückgezogen gelebt habe.

Eine andere Nachbarin spricht davon, dass der Mann, der oft mit seinem E-Bike unterwegs gewesen ist, ein Außenseiter gewesen sei.

Die direkten Nachbarn, die zusammen mit dem 77-Jährigen in dem Acht-Familienhaus der Wohnstadt gelebt haben, wollen sich zu dem Fall nicht äußern. Sie hätten alles der Polizei gesagt.

Seit über 35 Jahren Mieter in der Wohnung

Fest steht, dass Hans-Günter Z. seit mehr als 35 Jahren in der Wohnung im Erdgeschoss gelebt hat, wie Jürgen Bluhm, Regionalleiter der Wohnstadt in Kassel, gegenüber der HNA bestätigt. Als der Mieter am 1. Februar 1982 eingezogen ist, sei er bereits Rentner gewesen. Bei der Wohnstadt habe man großes Interesse daran, dass der Fall bald aufgeklärt werde, sagt Bluhm.

Ob es bereits einen Tatverdächtigen gibt, darüber macht die Polizei „aus ermittlungstechnischen Gründen“ derzeit noch keine Angaben. Auch zeugen wurden befragt. „Wir ermitteln in alle Richtungen“, sagt Polizeisprecher Torsten Werner.

Mann wurde durch "Gewalt am Körper" umgebracht

Wie der 77-jährige Hans-Günter Z. aus Niederzwehren in seiner Wohnung getötet worden ist, darüber macht die Kasseler Polizei auch am Freitagmorgen noch keine Angaben. Ebenso wenig, ob der Täter eine Waffe benutzt hat. Polizeisprecher Torsten Werner sagt nur, dass der Rentner durch „Gewalt gegen den Körper“ umgebracht worden ist. Mit dieser Aussage ist zumindest ein Giftmord ausgeschlossen. 

Die Karlsbader Straße in Kassel

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