"Islam heißt Frieden"

Safeer Nasir: Mit 26 Jahren schon Imam in Kassel - Studium in London

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Imam Safeer Nasir

Kassel. Vor wenigen Wochen, beim Neujahrsempfang der Jüdischen Gemeinde, sorgte Safeer Nasir für eine Premiere. Zum ersten Mal war mit ihm ein muslimischer Imam zum Jahreswechsel der Juden in Kassel eingeladen worden und beim Fest mit weiteren Gemeindemitgliedern zugegen.

Zwei Tage später empfing Nasir zum Tag der offenen Moscheen Vertreter der Deutsch-israelischen Gesellschaft und führte sie durch das Gebetshaus seiner Gemeinde auf dem ehemaligen Gelände der Graf-Haeseler-Kaserne in Niederzwehren.

Vorurteile offen angehen

Der 26-Jährige will frischen Wind in den interreligiösen Trialog bringen und mit Offenheit gegen Vorurteile angehen. „Wir sind immer bereit zu Gesprächen“, sagt er. Seit Januar ist er in Kassel Imam der Ahmadiyya-Muslim-Jamaat-Gemeinde, einer von 33 in Deutschland. Er ist in seinem Amt auch für Nord-, Osthessen sowie Hannover zuständig. Geboren in Mainz, hat Safeer Nasir das siebenjährige Studium zum Imam in London absolviert. Praktische Erfahrung sammelte er in Pakistan, Tansania und Bremen. Auch einer seiner Brüder – es gibt noch drei Geschwister – hat sich auf den Weg zum Imam gemacht.

Nasirs Vater, der in Mainz ein Taxi-Unternehmen führt, ist ein gebürtiger Ahmadi. Dessen Vater war erst 1942 der Gemeinschaft beigetreten. Die Ahmadis gehören einer Ausrichtung des Islams an, die von vielen Muslimen abgelehnt wird. Im Ursprungsland der Bewegung, Pakistan, verfolge man sie als Ketzer.

Die Religionsgemeinschaft, die sich als Reformbewegung des Islam versteht, unterscheidet sich von anderen Muslimen darin, dass sie in ihrem Gründer Mirza Ghulam Ahmad einen Propheten sieht, der allerdings dem Propheten Mohammed nachgeordnet ist. In Kassel zählen die Ahmadis 340 Mitglieder, hauptsächlich Menschen aus Pakistan. Auch Italiener, Türken und Deutsche gehörten der Gemeinde an.

Immer wieder werde Nasir, der fünf Sprachen spricht, auf die aktuellen blutigen Unruhen in muslimischen Ländern angesprochen. „Dazu kann ich nur sagen: Wir lehnen Unfrieden vollkommen ab“, sagt der junge Mann, der demnächst heiraten wird. „Islam heißt Frieden.“ Das nähmen er und seine  Glaubensbrüder      und -schwestern wörtlich. „Allein das Menschsein verbindet.“

Neben der Religion, mit der er sich seit seinem 14. Lebensjahr intensiv auseinandersetzt, gibt es auch private Interessen. In seiner Freizeit treibe er gern Sport. In Mainz spielte er im Verein Fußball, heute trainiere er im Fitness-Studio. Außerdem hält er sich daheim in Immenhausen Kaninchen als Haustiere.

Von Christina Hein

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