Mastbetrieb in Rengershausen verantwortlich

Güllegestank liegt über Zwehren: Anwohner beschweren sich

Oberzwehren/Niederzwehren. Es liegt was in der Luft. Allerdings kein besonders angenehmer Geruch. Bewohner von Oberzwehren und Niederzwehren leiden seit Dienstag unter einem besonders intensiven Güllegestank.

Ein Anwohner, der seit über 40 Jahren in Oberzwehren lebt, sagt, dass es noch nie so extrem in dem Stadtteil gestunken habe. "Man kommt sich wie mitten auf dem Land vor." Ein Bewohner des Brückenhofs fragt, ob dieser "bestialische Gestank" überhaupt erlaubt ist.

Auch Harald Böttger, Ortsvorsteher von Niederzwehren, ist von verschiedenen Bewohnern wegen der Geruchsbelästigung angesprochen worden. Besonders das Neubaugebiet am Dorothea-Viehmann-Park sei in den Abendstunden betroffen. "Bei Südwind stinkt es extrem", hat Böttger festgestellt. Er hat sich die Frage gesellt, ob der Schweinemastbetrieb, der unlängst am Rand von Baunatal-Rengershausen an der A 44 errichtet wurde, für den Gestank verantwortlich ist. Hier gibt es Platz für 1500 Tiere.

Vor Errichtung des Betriebs hatte es bereits Bedenken seitens der Stadt Kassel gegeben, weil der Wind meistens so steht, dass das Lange Feld von dem Schweinegestank betroffen sei.

Von der Schweinemast direkt komme der Gestank, der derzeit die Zwehrener Bevölkerung belästigt, nicht, sagt Harald Kühlborn, Sprecher des Landkreises Kassel. Dort ist das Amt für ländlichen Raum angesiedelt. Allerdings habe der Landwirt der betroffenen Mast seit Dienstag Schweinegülle aus dem Betrieb auf seine Felder ausgebracht. Dabei handele es sich um Felder zwischen Oberzwehren und Nordshausen, die eine Fläche von 20 Hektar umfassen.

Der Landwirt habe das im Vorfeld angezeigt und sei nach der Düngeverordnung auch seit Anfang Februar wieder dazu berechtigt, die Gülle auf seinen Feldern mit Wintergerste zu verteilen, sagt Kühlborn. Der Gestank sei jetzt besonders intensiv, weil der Landwirt alle Felder gleichzeitig gedüngt habe. "Das Problem ist auch das zu gute Wetter." Wenn es regnen würde, dann wäre der Güllegeruch sofort verschwunden, sagt Kühlborn. Bleibe es weiterhin trocken, müssten die Bewohner im Kasseler Süden weitere drei bis vier Tage mit dem Geruch leben.

Mehrere Bürger aus Ober- und Niederzwehren hätten in den vergangenen Tagen wegen des "unerträglichen Gülle-Gestanks" auch beim Umwelttelefon der Stadt Kassel angerufen, sagt Sprecher Sascha Stiebing.

Das Umwelttelefon der Stadt (Tel. 787-3131) sei eine Kontaktstelle bei Fragen zu Immissionsschutz, Luftreinigung. Dort könne aber auch der Ansprechpartner für Probleme, die über die Stadtgrenzen hinausgehen, benannt werden. (use)

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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